In Deutschland gibt es jedes Jahr 200.000 Fälle von Kindesmisshandlungen
Die Polizei berichtet, dass in Deutschland pro Woche drei Kinder wegen der körperlicher Misshandlung sterben.Und die Täter kommen leider meistens aus dem nahen familiären Umfeld: Mutter, Vater oder oft auch der neue Lebenspartner. Im Jahr 2012 registrierte die Polizei 3450 Fälle von Kindesmisshandlungen.Behörden befürchten,dass man aber in der Realität mit Vielfaches höheren Dunkelziffer rechnen muss.
Wie hoch die echte Zahl tatsächlich ist, ist noch nicht klar. Guddat und Tsokos schreiben in ihrem Buch über etwa 200.000 Kindesmisshandlungen pro Jahr und berufen sich auf den Deutschen Kinderschutzbund. Professor im Fachbereich Sozialwesen an der Fachhochschule Münster-Joachim Merchel- hält diese Zahl allerdings für zu hoch gegriffen.
Laut Polizei wenden 10 bis 15 Prozent aller Eltern schwerwiegende Körperstrafen bei ihren Kindern an.
Schutz von Kindesmisshandlungen durch Gesetze
Die Kinder in Deutschland haben seit November 2000 ein Recht auf gewaltfreie Erziehung.Seelische und Körperliche Bestrafungen oder andere entwürdigende Maßnahmen sind nicht erlaubt. Allerdings bis es dazu kam, dass Jugendamt oder Polizei in den Familien tätig wurden, hatten meistens regelrechte Gewaltexzesse stattgefunden.
Es gibt immer wieder Medienberichte über Kindesmisshandlungen oder getötete Kinder, obwohl das Jugendamt
bereits über brutale Missstände in den Familien informiert war. Zuletzt sorgte das traurige Schicksal eines dreijährigen Mädchens-Yagmur- für Entsetzen. Das kleine Mädchen wurde tot bei ihren leiblichen Eltern geborgen. Yagmur wurde seit seiner Geburt von Jugendämtern betreut.Die Eltern wurden im Nachhinein festgenommen, sie haben das Kind misshandelt:Yagmur war nach einem Leberriss innerlich verblutet. Mediziner entdeckte zudem Blutergüsse am Körper.
Der Fall weckt Erinnerungen an den so traurigen Tod von Chantal: das Elfjährige Mädchen starb in der Obhut ihrer Pflegeeltern, die drogensüchtig waren, und ist an einer Überdosis des Methadon (Heroin-Ersatzstoffs)gestorben.
„Elternführerschein“ als Lösung gegen Kindesmisshandlungen?
CDU-Generalsekretär Kai Wegner möchte ein „Elternführerschein“ einführen. Zukünftige Mütter und Väter sollten mit verpflichtenden Erziehungskursen auf das „Mutter und Vater zu sein“ vorbereitet werden.
Joachim Merchel (Fachhochschule Münster) meint, dass der Staat schon viele wirksame Mechanismen entwickelt hat, um Eltern und Kindern Hilfe anzubieten. Trotz der nicht so guten Finanzlage vieler Kommunen gibt es bei den Jugendämtern eine personelle Beratung. Was eine Gesellschaft leider akzeptieren muss, ist , dass es sogar bei einer bereits jetzt ziemlich guten Jugendhilfe immer wieder zu Kindesmisshandlungen kommen wird, wo Kinder zu Schaden kommen oder ihr Leben verlieren, meint er.

