Viele Top-Wissenschaftler verlassen jedes Jahr Deutschland, weniger kommen her: Experten kritisieren, dass viel zu viele der klügsten Köpfe aus BRD abwandern. Davon profitiert am meisten die Schweiz und die USA, viele große Talente folgen eben dem Geld.
Die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) berichtet in der Berliner Pressekonferenz über das deutsche Wissenschaftssystem, das im internationalen Vergleich nur mäßig erfolgreich sei.
In einem Jahresgutachten 2014 sparte die Kommission, unter Vorsitz des Institutsleiters uns Münchnen-
Dietmar Harhoff, nicht mit problematischen Analysen. Sie kritisieren, daß deutsche Technologie-Unternehmen meistens im Ausland forschen ließen, was Deutschland natürlich schwächen könne.
Deutschland verliert viele Top- Wissenschaftler durch Abwanderung. Zwar kommen wenige her, jedoch werden keine Wissenschaftler gleicher Qualität zurückgewonnen, berichten die Experte. Besonders für die Besten ist das deutsche Forschungssystem momentan nicht gut genug.
Zwischen 2006 und 2011 verließen 23.460 Wissenschaftler Deutschland , während leider nur rund 19.521 zuwanderten. Ebenso die „patentaktiven Erfinder“ wandern ab. So entsteht ein negativer Saldo, was Deutschland im Vergleich zu Industriestaaten wie die Schweiz, Österreich, Schweden oder Belgien schlecht dastehen lässt. Auch USA und Kanada schaffen es, mehr Wissenschaftler anzuziehen als sie verlieren.
Besonders die Schweiz zieht viele Forscher an – die Zahlen wurden allerdings neulich erhoben. Aber trotzdem verzeichnet die Schweiz einen hohen Zufluß und schafft es, die klügsten Köpfe zurückzugewinnen oder zu halten. Zusammen mit den USA rekrutiert Schweiz mehr als 50 Prozent aller deutschstämmigen Top- Wissenschaftler.
Grund für den negativen Saldo in Deutschland
Die Rahmenbedingungen in BRD seien für Top-Kräfte nicht attraktiv genug. Die Top-Wissenschaftler gehen meistens dahin, wo sie sich mit anderen Forschern austauschen können – und wo es eben ausreichend Geld für Forschungen gibt.
Und genau daran hapert es vielfach Hochschulen in Deutschland – ein Zustand, der durch viele Akademiker kritisiert wird. Der wissenschaftliche Nachwuchs ist einfach zu lange von den Professoren abhängig.

