Zinedine Zidane übernimmt Frankreich: Fußball-Legende erfüllt sich mit dem Traineramt einen lang gehegten Traum
Zinedine Zidane ist neuer Trainer der französischen Fußball-Nationalmannschaft. Der französische Fußballverband (FFF) stellte den 54-Jährigen am Dienstag offiziell als Nachfolger von Didier Deschamps vor. Zidane unterschrieb einen Vierjahresvertrag und sprach bei seiner Präsentation sichtlich bewegt von der Erfüllung eines langjährigen Traums. Für Fußballfans in Deutschland ist die Personalie von besonderem Interesse, da Frankreich zu den wichtigsten Konkurrenten der DFB-Elf auf internationaler Ebene zählt und mit Zidane eine der größten Persönlichkeiten des Weltfußballs an die Seitenlinie zurückkehrt.
Zinedine Zidane übernimmt die französische Nationalmannschaft
Nur wenige Augenblicke nach seiner offiziellen Vorstellung zeigte sich Zidane ungewöhnlich emotional. Er erklärte, dass er fünf Jahre auf diese Gelegenheit gewartet habe und die französische Nationalmannschaft stets als sein Wunschziel betrachtet habe.
Nach eigenen Angaben lehnte der ehemalige Trainer von Real Madrid seit seinem Abschied im Jahr 2021 mehrere Angebote von Vereinsmannschaften ab. Sein einziges Ziel sei gewesen, eines Tages Nationaltrainer Frankreichs zu werden.
FFF-Präsident Philippe Diallo bezeichnete die Verpflichtung als „außergewöhnlichen Moment“ und würdigte Zidane als eine der größten Legenden des französischen Fußballs. Bereits im Februar 2025 hatten beide laut Diallo erste Gespräche geführt, nachdem Didier Deschamps seinen Rücktritt nach der Weltmeisterschaft 2026 angekündigt hatte.
Nachfolger von Didier Deschamps
Mit Zidane endet eine erfolgreiche Ära unter Didier Deschamps. Der Weltmeistertrainer von 2018 führte Frankreich in den vergangenen Jahren unter anderem zum WM-Titel, ins Finale der Europameisterschaft 2016 sowie ins Endspiel der Weltmeisterschaft 2022. Nach der jüngsten Weltmeisterschaft, bei der Frankreich im Halbfinale gegen Spanien ausschied, trat Deschamps zurück.
Zidane würdigte die Arbeit seines Vorgängers ausdrücklich. Er gratulierte Deschamps zu dessen erfolgreichen Jahren und kündigte an, alles daranzusetzen, die Mannschaft ebenfalls zu Titeln zu führen.
Gleichzeitig machte der neue Nationaltrainer deutlich, dass seine Mannschaft einen eigenen Stil entwickeln werde. Als ehemaliger Spielmacher lege er besonderen Wert auf offensiven Fußball und kreatives Kombinationsspiel.
Erstes Länderspiel im September
Seinen Einstand als französischer Nationaltrainer gibt Zidane am 25. September in der UEFA Nations League mit einem Auswärtsspiel gegen die Türkei. Drei Tage später tritt Frankreich ebenfalls auswärts gegen Belgien an.
Das erste Heimspiel unter seiner Leitung findet am 2. Oktober im Stade de France gegen Italien statt. Für Zidane besitzt diese Begegnung eine besondere Bedeutung. Er spielte während seiner aktiven Karriere für Juventus Turin, spricht Italienisch und verbindet viele persönliche Erinnerungen mit dem Land.
Zudem wird das Spiel Erinnerungen an das WM-Finale 2006 wecken. Damals bestritt Zidane gegen Italien sein letzztes Länderspiel und wurde nach seinem Kopfstoß gegen Marco Materazzi mit einer Roten Karte vom Platz gestellt.
Vom Weltmeister zum Nationaltrainer
Zidane zählt zu den erfolgreichsten Fußballern der Geschichte. Der in Marseille als Sohn algerischer Eltern geborene Mittelfeldspieler begann seine Profikarriere bei AS Cannes und wechselte anschließend zu Girondins Bordeaux, Juventus Turin und schließlich zu Real Madrid.
Mit der französischen Nationalmannschaft gewann er die Weltmeisterschaft 1998 sowie die Europameisterschaft 2000. Im WM-Finale gegen Brasilien erzielte er zwei Kopfballtore und wurde später im selben Jahr mit dem Ballon d’Or ausgezeichnet.
Auch auf Vereinsebene feierte Zidane große Erfolge. Besonders unvergessen bleibt sein spektakulärer Volleytreffer im Champions-League-Finale 2002, mit dem Real Madrid den Titel gewann.
Nach seiner aktiven Karriere führte er Real Madrid als Cheftrainer unter anderem zu mehreren bedeutenden Erfolgen, bevor er den Verein 2021 verließ.
Warum die Ernennung international Aufmerksamkeit erhält
Mit Zidane übernimmt einer der bekanntesten Namen des Weltfußballs eine Nationalmannschaft, die weiterhin zu den Favoriten bei großen Turnieren zählt. Seine Verpflichtung markiert zugleich einen Generationenwechsel nach der langen Amtszeit von Didier Deschamps.
Für den europäischen Fußball könnte die Personalie richtungsweisend sein. Frankreich verfügt weiterhin über einen hochkarätig besetzten Kader, und unter Zidane dürfte sich insbesondere die spielerische Ausrichtung verändern. Ob der frühere Weltklassespieler seine Erfolge als Vereinstrainer auch auf internationaler Ebene wiederholen kann, wird sich bereits in den kommenden Nations-League-Partien und mit Blick auf die nächsten großen Turniere zeigen.
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