Die Stadt schläft nie. Das klingt für überzeugte Landbewohner bestimmt wie eine Drohung . Für junge Menschen dagegen ist es so etwas wie eine goldene Verheißung. Großstädte bieten all das, was es auf dem Land nicht gibt: ein aufregendes Leben, viele Menschen und kurze Wege. Ganz egal, ob Frankfurt, München oder Berlin – die Begeisterung für Deutschlands kreative Zentren ist ungebrochen. Und das geht weiter: Experten vermuten, dass im Jahr 2030 jeder fünfte Deutsche in einer Stadt wohnen wird.
Doch das Leben in der Stadt hat auch seinen Preis. Für ganz viele Menschen, die nach einem Tag in überfüllten Busen nachts nicht einschlafen können, weil sie verschiedene Geräusche durch die dünnen Wände hören, bedeutet das Leben in der Stadt vor allem eins: Stress und Stress.
Experten warnen schon seit längerer Zeit vor den Folgen des Lebens in der Stadt. Das Risiko, depressiv zu werden ist für Stadtbewohner 8,5 Mal größer als bei Landbewohnern. Auch das Risiko, an einer Angsterkrankung zu leiden, ist größer. Besonders alarmierend: Die Gefahr, schizophren zu werden, ist in der Stadt sogar doppelt so hoch wie im Dorf.
Die Gefahr zu erkranken steigt mit der Größe der Stadt, in der die Menschen leben…
Das Leben in der Satdt hat aus gesundheitlicher Sicht ja viele Vorteile. Man hat nicht nur besseren Zugang zu Bildung und Kultur, sondern auch eine gute Versorgung mit Ärzten und Krankenhäusern. Umso schwieriger ist es zu erforschen, was den besonderen Stress der Stadt ausmacht ? Warum immer mehr Menschen eine psychologische Behandlung benötigen?
Wahr ist, dass das hohe Erkrankungsrisiko in Großstädten nicht nur an hupenden Fahrzeugen und überfüllten Aufzügen liegt. Es ist die Mischung aus sozialer Dichte und vor allem Isolierung, die die Menschen krank macht. Wenn man in einem Hochhaus wohnt, auf kleinem Raum, ohne jeglichen Kontakt zu seinen Nachbarn dann ist die Gefahr depressiv zu werden eben erhöht. Offenabar beeinflusst die soziale Umwelt die Gesundheit des Menschen stärker als man denkt. Nicht nur eine räumliche Einengung wirkt sich negativ auf den Menschen aus, sondern auch das Gefühl, keine Kontrolle über diese soziale Umwelt zu haben.
Hier die 20 ungesündesten Städte Deutschlands (Quelle: Medizinische Hochschule Hannover)
1. Herne 2. Gelsenkirchen 3. Halle 4. Duisburg 5. Dortmund 6. Oberhausen 7. Bremerhaven 8. Leipzig 9. Bottrop 10. Berlin 11. Recklinghausen 12. Chemnitz 13. Kassel 14. Essen 15. Gera 16. Salzgitter 17. Lübeck 18. Bochum 19. Magdeburg 20. Erfurt
Und hier die gesündesten Städte Deutschlands


