Verheerende Waldbrände in Südwestfrankreich: 220.000 Menschen fliehen
Ein massiver Waldbrand wütet seit letzter Woche in Südwestfrankreich und hat bereits ein Gebiet verwüstet, das viermal so groß ist wie Paris. Nach Angaben der Behörden mussten 220.000 Menschen fliehen.
Der Brand in der Region Gironde um Bordeaux entwickelte sich zeitweise zu einem selbst verstärkenden Feuersturm. Die Flammen kamen dem Stadtrand von Bordeaux bis auf 15 Kilometer nahe. Einsatzkräfte konnten das Vordringen am Montag vorübergehend eindämmen, die Wälder glimmen jedoch weiter.

Unberechenbare Lage
Der Brand wird als beispiellos heftig und unberechenbar beschrieben. Gewitter entfachten immer wieder neue Flammen. Die aufeinanderfolgenden Hitzewellen dieses Jahres haben die Wälder und das Buschland stark ausgetrocknet. Eine weitere Hitzewelle wird für diese Woche erwartet.
Insgesamt wurden im Südwesten Frankreichs durch zwei Brände 250.000 Menschen vertrieben. Viele Evakuierte haben nach Behördenangaben teilweise alles verloren. Neue Evakuierungen wurden am Montag nicht angeordnet. Die Behörden forderten Urlauber auf, der Region fernzubleiben.
Brände auch in Spanien und Italien
Auch Spanien kämpft gegen beispiellose Waldbrände. Um Madrid und in Valencia wurden 79.000 Menschen evakuiert und 30.000 weitere zum Schutz in ihren Häusern angewiesen. Ein Feuer in Ávila westlich von Madrid gilt als das größte jemals in Spanien registrierte und hat 500 Quadratkilometer verwüstet. In diesem Jahr sind bereits 1.530 Quadratkilometer zerstört worden.
Spanischer Premierminister Pedro Sánchez sprach von einem „Klimanotstand“, der Waldbrände heftiger und Hitzewellen häufiger mache. Eine weitere Hitzewelle mit Temperaturen über 40 Grad wird erwartet.
In Italien brach nahe Peschici in Apulien ein von starken Winden angefachter Brand aus. Etwa 300 Touristen wurden von Stränden und Campingplätzen evakuiert.


Europäische Unterstützung
Rund ein Dutzend Länder haben Frankreich und Spanien mit Löschflugzeugen, Hubschraubern und Feuerwehrleuten unterstützt. Insgesamt zwangen die Brände in beiden Ländern mehr als 330.000 Menschen zur Flucht.Die Waldbrände Südwestfrankreich bleiben kritisch. Die kommenden Tage gelten als entscheidend für die weitere Eindämmung.
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