Lebensmittelwerbung: Energie für den genzen Tag, Wohlbefinden – die Lebensmitteln sollen die Gesundheit fördern. Die Verbraucherschützer sprechen über irreführende Botschaften
Beim Gang durch den Lidl, Aldi oder einen anderen Supermarkt begegnet man ihnen in allen Regalen. Ob Milchprodukte ,Frühstücksflocken, oder Energiegetränke – auf Lebensmitteletiketten werben die Produkthersteller mit Slogans, die den gesundheitlichen Nutzen des bestimmten Produkts herausstellen. Dabei sind solche Gesundheitsversprechen irreführend, es handelt sich hier um eine Verbrauchertäuschung.
In einer Untersuchung haben Verbraucherschützer verschiedene Produkte mit Werbeaussagen zu Gesundheit und Wohlbefinden, geprüft. Nach Angaben der Verbraucherschützer sei die EU-weite Health-Claims-Regelung, die Verbraucher vor Irreführungen schützen soll, gescheitert.
Hersteller vermarkten Produkte im falschen Gesundheitslook. Oliver Huizinga von Foodwatch hat ein komplettes Verbot von Gesundheitswerbung auf Lebensmitteln gefordert. Momentan dürften mit Gesundheitsbotschaften sogar die Süßigkeiten beworben werden, wenn sie Vitamine enthalten. Huizinga ist der Meinung, dass dadurch eine gesunde Ernährung leider verhindert wird.
Nahrungsmittelhersteller mischen billige Mineralstoffe und Vitamine in Softdrinks, Wurst oder Süßigkeiten, um diese im Nachhinein mit Gesundheitswerbung vermarkten zu können. Die seit 2012 geltende EU-Regelung zu gesundheitsbezogenen Werbeaussagen schützt die Verbraucher nicht vor solchen Täuschungen, sagt Foodwatch.
Laut Foodwatch erfüllen die meisten Produkte, wie z B. Actimel , Nestlés Joghurt oder Frühstückskekse von Mondelez zwar ihre Werbeaussagen (aus rechtlicher Sicht der „Health Claims“ Verordnung), führen die Konsumenten aber dennoch in die Irre.
Die Hersteller wundern sich über die Darstellung Foodwatchs.
Ob ein Produkt insgesamt empfehlenswert ist oder auch nicht, wird durch EU nicht überprüft. Es wurden allerdings hunderte Anträge von Herstellern auf eine Werbesprüche– Genehmigung abgelehnt. Es blieben ca. 250 zugelassene Werbebotschaften, wie zB. dass Vitamin D das Immunsystem stärkt oder Magnesium zur besseren Funktion der Muskeln beitrage. Selbst für mit Fruchtzucker gesüßte Lebensmitteln hat die „Health Claims“ einen Gesundheitsslogan zugelassen, obwohl alle ja wissen, daß der Konsum größerer Mengen als ungesund eingestuft worden ist.
“Lebensmittel ersetzen ja keine Medikamente. Wenn jemand krank ist, sollte nicht in den Supermarkt gehen, sondern den Arzt besuchen”, sagt Huizinga von Foodwatch.

