Schweres Erdbeben erschüttert Japans Südwesten: Menschen eingeschlossen, Brände und massive Schäden
Ein schweres Erdbeben hat den Südwesten Japans erschüttert und erhebliche Schäden verursacht. Nach Angaben der japanischen Behörden stürzten Gebäude ein, Brände brachen aus und zahlreiche Menschen wurden verletzt oder gelten als vermisst. Besonders betroffen sind Teile der Hauptinsel Kyushu, darunter die Stadt Kashima. Für Menschen in Deutschland ist die Entwicklung vor allem wegen der wirtschaftlichen Bedeutung Japans, internationaler Lieferketten sowie möglicher Auswirkungen auf Reisende und Unternehmen von Interesse. Die Rettungsarbeiten dauern an, während Behörden das vollständige Ausmaß der Katastrophe ermitteln.
Erdbeben in Japan: Das ist bislang bestätigt
Das Erdbeben Japan ereignete sich um 16:27 Uhr Ortszeit. Die Japanische Meteorologische Agentur bezifferte die Magnitude auf 7,1 und registrierte auf der japanischen Shindo-Skala die höchste Intensitätsstufe 7. Der US Geological Survey gab die Magnitude mit 6,8 an. Unterschiede zwischen den Messwerten verschiedener Institutionen sind bei starken Erdbeben nicht ungewöhnlich.
Nach Angaben von NHK wurden mindestens 50 Menschen in Krankenhäuser eingeliefert. Die Feuerwehr berichtete, dass nach dem Einsturz des zweiten Stockwerks eines Einkaufszentrums in Kashima zahlreiche Menschen eingeschlossen wurden.
Die nationale Nachrichtenagentur Kyodo meldete einen bestätigten Todesfall infolge des Einsturzes eines Wohnhauses. Darüber hinaus berichtete der japanische Sender TBS unter Berufung auf eine Quelle der örtlichen Polizei von möglicherweise mehreren Todesopfern in dem beschädigten Einkaufszentrum. Eine offizielle Bestätigung oder eine genaue Opferzahl lag zunächst jedoch nicht vor. Die Polizei erklärte, die Lage werde weiterhin überprüft.
Schäden auf Kyushu und laufende Rettungsarbeiten
Fernsehbilder von NHK zeigten mehrere Brände, beschädigte Brücken, aufgerissene Straßen sowie einen entgleisten Güterzug. Nach Angaben des Senders stürzten mindestens zwölf Häuser ein.
In einer Fabrik von Japan Paper Industries werden mehrere Menschen vermisst, nachdem die Spitze eines Schornsteins eingestürzt war. Auch dort laufen Such- und Rettungsmaßnahmen.
Premierministerin Sanae Takaichi erklärte, die Behörden prüften weiterhin das Ausmaß der Schäden. Nach ihren Angaben gibt es bereits mehrere Verletzte. Zudem seien Straßen und Brücken beschädigt worden, während in mehreren Gebieten Stromausfälle und Brände gemeldet wurden.
Nach Angaben des regionalen Energieversorgers Kyushu Electric Power sind rund 45.000 Haushalte und Einrichtungen in der Region Kumamoto ohne Strom. Das Unternehmen erklärte zugleich, dass die drei in der Region betriebenen Kernreaktoren weiterhin ordnungsgemäß funktionieren.
Auch die japanische Atomaufsichtsbehörde teilte mit, dass bislang keine unmittelbaren Auffälligkeiten an Kernkraftwerken festgestellt worden seien.
Tsunamiwarnung aufgehoben – Nachbeben halten an
Die japanische Wetterbehörde gab unmittelbar nach dem Erdbeben eine Tsunamiwarnung für Wellen von bis zu einem Meter Höhe heraus. Einige Stunden später wurde diese Warnung wieder aufgehoben.
Ein NHK-Reporter schilderte während einer Liveübertragung, dass die Nachbeben noch längere Zeit anhielten. Die Erschütterungen seien so stark gewesen, dass ein sicheres Stehen zeitweise kaum möglich gewesen sei.
Anhaltende Nachbeben sind nach einem Erdbeben dieser Stärke nicht ungewöhnlich. Deshalb dürften die Behörden die Lage auch in den kommenden Stunden weiter beobachten.
Warum das Beben besondere Aufmerksamkeit erhält
Japan zählt zu den seismisch aktivsten Staaten der Welt. Das Land liegt am Pazifischen Feuerring, wo mehrere tektonische Platten aufeinandertreffen. Nach offiziellen Angaben entfallen rund 18 Prozent aller weltweit registrierten Erdbeben auf diese Region.
Besonders präsent ist in Japan weiterhin die Erinnerung an die schweren Erdbeben von Kumamoto im Jahr 2016, bei denen 273 Menschen starben und mehr als 2.800 verletzt wurden. Ebenso prägt die Katastrophe von 2011 mit dem darauffolgenden Tsunami und der Nuklearkatastrophe von Fukushima bis heute den Umgang des Landes mit Naturgefahren.
Das aktuelle Ereignis zeigt erneut, wie konsequent Japans Katastrophenschutz auf schnelle Warnungen, Evakuierungen und die Überprüfung kritischer Infrastruktur ausgerichtet ist. Gleichzeitig verdeutlichen die laufenden Rettungsarbeiten, dass das endgültige Ausmaß der Schäden und mögliche weitere Opfer erst nach Abschluss der Suchmaßnahmen verlässlich festgestellt werden können.
Bedeutung über Japan hinaus
Die Entwicklung hat nicht nur nationale Bedeutung. Japan ist eine der größten Volkswirtschaften der Welt und ein wichtiger Partner für Deutschland und die Europäische Union. Größere Schäden an Infrastruktur, Industrie oder Verkehrswegen könnten – abhängig vom weiteren Verlauf – auch internationale Lieferketten, Geschäftsbeziehungen und Reiseverbindungen beeinflussen. Derzeit konzentrieren sich die Behörden jedoch auf Rettungsmaßnahmen und die Sicherung der betroffenen Gebiete, während weitere Informationen fortlaufend überprüft werden.
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