CSD-Anschlag Berlin: Ermittlungen nach Tod des Tatverdächtigen
Bei einem mutmaßlichen islamistischen Anschlag am Rande des Christopher Street Days in Berlin ist eine Frau getötet und 29 Menschen verletzt worden. Der 21-jährige Tatverdächtige Abdul B. wurde bei einem Polizeieinsatz erschossen.
Fahnder spürten ihn in einer Kleingartensiedlung in Berlin-Spandau auf. Als er mit einer Stichwaffe auf die Einsatzkräfte zurannte, eröffnete das Spezialeinsatzkommando (SEK) das Feuer. Trotz sofortiger Reanimationsmaßnahmen starb er am Einsatzort.
Hintergrund des Tatverdächtigen
Abdul B., Deutscher mit libanesischen Wurzeln, galt den Behörden als islamistischer Gefährder. Laut Generalstaatsanwaltschaft hatte er versucht, sich in Syrien dem „Islamischen Staat“ anzuschließen. Er war wegen der Vorbereitung einer staatsgefährdenden Gewalttat verurteilt worden. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt, und er wurde im Mai aus der Haft entlassen.
Noch Anfang des Monats gab es Durchsuchungen an seiner Adresse in Berlin-Schöneberg wegen eines Anfangsverdachts nach dem Waffengesetz. Gefunden wurde lediglich eine Spielzeugwaffe.
Kritik an der Freilassung
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt kritisierte die Bewährungsentscheidung. Gefährder müssten unter Beobachtung und Kontrolle stehen, und ihre Bewegungsfreiheit könne eingeschränkt werden. Die Aufarbeitung werde prüfen, ob Bewährungsstrafen in solchen Fällen ausreichen.
Ermittlungen der Bundesanwaltschaft
Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen. Eine Sprecherin bestätigte, dass es sich bei dem Erschossenen um den mutmaßlichen Angreifer handeln dürfte. Eine endgültige Identifizierung per DNA-Abgleich stehe noch aus. Ermittelt werde auch zu möglichen Hintermännern oder Mitwissern.
Bundeskanzler Friedrich Merz rief die Menschen auf, sich nicht einschüchtern zu lassen. Gewalt beginne bereits mit Intoleranz, Ausgrenzung und Diskriminierung. Er deutete Konsequenzen an, nannte aber noch keine Details.
Der CSD-Anschlag Berlin traf eine Veranstaltung für Toleranz und Vielfalt, an der am Samstag mehrere hunderttausend Menschen teilgenommen hatten. Die Ermittlungen dauern an.
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