„Wie oft begegnete ich schon den Straßenkindern in Indien, frage ich mich andauernd…Ganz selten gab ich ihnen Geld oder etwas zum essen.Es würde nichts ändern,spenden bringt nichts, es würde gegen ihre Armut bestimmt nicht helfen“, schrieb mir vor ein paar Tagen eine gute Freundin…Diese paar Sätze haben mich sehr nachdenklich gemacht.
Wenn man dort wohnt,muss man sich daran gewöhnen, dass die Straßenkinder in Indien überall betteln.Man wird mit extremer Armut konfrontiert und sieht Kinder, die einfach ganz wenig zum Leben haben.Die Situation von Straßenkindern in Indien ist erschreckend: zwei drittel der Kinder und Jugendliche sind von Armut

betroffen.Viele kämpfen jeden Tag ums Überleben.
Die Straßenkinder in Indien werden oft von Kriminellen ausgenutzt,sie müssen einen Teil der erbettelten Summe abgeben . Sie sind keine Waisenkinder – sie haben Eltern, doch sie waren nicht gewollt und sind in unbekannten Gegenden ausgesetzt worden. Dann bleibt ihnen nichts anderes mehr übrig, als betteln zu gehen: an Ampeln kratzen sie an die Scheiben der Fahrzeuge,ziehen an den Kleidern der Passanten…
Wie sieht es in Indien mit Armutsbekämpfung aktuell aus?
Wenn man der Medien glaubt, gibt es in diesem Bereich gute Fortschritte. Heutzutage gelten „nur noch“ rund 270 Millionen Menschen in Indien als arm.
Das wäre wirklich ein großer Fortschritt.Die Glaubwürdigkeit der Ergebnisse wurde dennoch in Frage gestellt.Die festgelegte Armutsgrenze ist nämlich mehr als lächerlich. Heutzutage arm ist derjenige, der 32 Rupien (ca. 0,39 Euro) täglich für seinen Lebensunterhalt zur Verfügung hat. Die nationale Armutsgrenze ist zu niedrig angesetzt. 32 Rupien sind viel zu wenig, es ist nichts mehr als eine menschenverachtende Armutsdefinition in einem solchen Land, das sich selbst sogar als aufstrebende Wirtschaftsmacht nennt. Die linke Ökonomieprofessorin Utsa Patnaik bezeichnet diese neu festgelegte Armutsgrenze als Elendsgrenze.
Es gibt eben kein anderes Land auf der Welt, in dem so viele Menschen in extremer Armut leben, wie in Indien.Besonders in den Elendsvierteln der großen Städte, wo die Ärmsten der Armen wohnen, werden auch keine Wohlfahrtsprogramme bekannt.

