Pokal-Derby in Mannheim eskaliert: Polizeipferde auf dem Rasen
Das DFB-Pokal-Derby zwischen dem SV Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern ist am Freitagabend von schweren Ausschreitungen überschattet worden. Nach Pyrotechnik, einer Rudelbildung auf dem Spielfeld und einem versuchten Platzsturm musste Schiedsrichter Robert Schröder die Partie in der Verlängerung unterbrechen. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot auf den Rasen vor, darunter auch berittene Einsatzkräfte. Sportlich setzte sich Kaiserslautern schließlich mit 1:0 nach Verlängerung durch.
Pokal-Derby eskaliert in der Verlängerung
Das traditionsreiche Südwest-Derby war bereits vor dem Anpfiff von Pyrotechnik geprägt. Schon nach wenigen Minuten musste die Partie wegen Rauchentwicklung auf dem Spielfeld unterbrochen werden. Auch nach der Fortsetzung wurden erneut Feuerwerkskörper gezündet.
Die entscheidende Eskalation folgte in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit. Beim Stand von 0:0 gerieten Spieler beider Mannschaften aneinander. Im Mittelpunkt stand Kaiserslauterns Kapitän Marlon Ritter, um den sich eine größere Rudelbildung entwickelte.
Anschließend flogen Gegenstände aus dem Zuschauerbereich. Nach Angaben mehrerer Berichte wurden auch Feuerwerkskörper in Richtung der Tribünen geschossen. Mannheimer Anhänger versuchten daraufhin, auf das Spielfeld zu gelangen.
Polizei rückt mit Pferden auf den Rasen
Schiedsrichter Robert Schröder schickte die Mannschaften in die Kabinen. Gleichzeitig rückten zahlreiche Polizeikräfte auf den Rasen und sicherten insbesondere den Bereich vor dem Mannheimer Fanblock.
Besonders ungewöhnlich waren die berittenen Einsatzkräfte. Polizeipferde wurden auf dem Spielfeld eingesetzt, während die Beamten versuchten, die Situation unter Kontrolle zu bringen. Berichten zufolge explodierte dabei ein Bengalo in unmittelbarer Nähe eines der Tiere.
Die Unterbrechung dauerte rund 20 Minuten. Erst nachdem sich die Lage beruhigt hatte, verließen die Einsatzkräfte den Rasen. Anschließend konnte die Partie fortgesetzt werden.
Eine Rivalität mit langer Vorgeschichte
Dass die Sicherheitskräfte mit einem Großaufgebot vorbereitet waren, kam nicht überraschend. Zwischen Mannheim und Kaiserslautern besteht seit Jahrzehnten eine ausgeprägte Rivalität. Die beiden Städte liegen nur rund 60 Kilometer voneinander entfernt, die Begegnung gilt als eines der brisantesten Duelle im deutschen Fußball.
Die Partie war deshalb bereits im Vorfeld als Hochrisikospiel eingestuft worden. Vorgesehen waren unter anderem eine strikte Trennung der Fanlager und eine umfangreiche Polizeipräsenz.
Kaiserslautern gewinnt in letzter Sekunde
Nach der langen Unterbrechung wurde auch sportlich noch einmal alles geboten. Das Spiel blieb bis zum Ende der Verlängerung torlos.
Dann sorgte Ibrahim Kanaté für die Entscheidung. Der eingewechselte Kaiserslauterer traf in der 120. Minute zum 1:0 und schoss den Zweitligisten damit in die nächste Runde des DFB-Pokals.
Für Waldhof Mannheim endete der Abend damit besonders bitter: Nach 120 Minuten Fußball, einer langen Unterbrechung und massiven Begleiterscheinungen stand der Drittligist unmittelbar vor dem Weiterkommen – und verlor doch noch in der letzten Minute.
Pokal-Derby Mannheim Kaiserslautern: Was vom Derby bleibt
Sportlich wird das späte Tor von Kanaté in Erinnerung bleiben. Noch stärker dürfte sich jedoch die Eskalation rund um das Spiel einprägen.
Pyrotechnik gehört seit Jahren zu den Konfliktthemen im deutschen Profifußball. In Mannheim zeigte sich erneut, wie schnell aus einer aufgeheizten Atmosphäre eine Situation entstehen kann, in der das eigentliche Spiel zur Nebensache wird.
Für den Fußball stehen nun zwangsläufig auch mögliche Konsequenzen für die beteiligten Vereine im Raum. Welche sportrechtlichen Entscheidungen wegen der Pyrotechnik, der Würfe von Gegenständen und der Vorgänge rund um den Platzsturm folgen, ist nach den derzeit vorliegenden Informationen noch offen.
Das Derby hat damit zwei Geschichten geschrieben: Kaiserslautern gewann einen Pokalkrimi mit 1:0 nach Verlängerung – doch die Bilder von Pyrotechnik, Polizeikräften und Pferden auf dem Rasen werden wahrscheinlich ebenso lange im Gedächtnis bleiben.
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