Iran Oman Abkommen: Einigung über Straße von Hormus könnte US-Iran-Gespräche ermöglichen
Eine Vereinbarung zwischen Iran und Oman über die Nutzung und Sicherheit der Straße von Hormus könnte nach Einschätzung Katars den Weg für eine Wiederaufnahme der Gespräche zwischen den USA und Iran ebnen. Der Sprecher des katarischen Außenministeriums, Majed Al Ansari, erklärte am Dienstag in Doha, die Vermittler warteten auf eine bilaterale Einigung der beiden Anrainerstaaten. Damit wird die Zukunft der strategisch wichtigen Meerenge zu einem zentralen Baustein der festgefahrenen Diplomatie zwischen Washington und Teheran.
Iran Oman Abkommen: Iran und Oman verhandeln über die Straße von Hormus
Nach Angaben Al Ansaris konzentrieren sich die laufenden Bemühungen zunächst auf eine Regelung zwischen Iran und Oman. Beide Staaten liegen an der Straße von Hormus, über die ein erheblicher Teil des internationalen Energiehandels abgewickelt wird.
Bereits in der vergangenen Woche hatte Katar von Fortschritten bei den Gesprächen zwischen Teheran und Maskat berichtet. Die Verhandlungen seien damals in eine technische Phase eingetreten. Aus beiden Hauptstädten habe es positive Signale gegeben, sagte Al Ansari zu diesem Zeitpunkt.
Eine endgültige Vereinbarung steht jedoch weiterhin aus. Nach der Darstellung Katars könnte gerade dieser Schritt entscheidend sein, um die Voraussetzungen für breitere Gespräche zwischen den USA und Iran zu schaffen.
Die Straße von Hormus ist dabei nicht nur ein regionales Thema. Die Meerenge verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Verkehrsadern für den weltweiten Öl- und Gastransport. Eine anhaltende Einschränkung des Schiffsverkehrs kann deshalb internationale Energiepreise und Lieferketten belasten.
Warum das Iran Oman Abkommen für Washington und Teheran wichtig ist
Die Diplomatie zwischen den USA und Iran steckt derzeit fest. Das zuvor vereinbarte 60-Tage-Fenster für Verhandlungen ist ohne Durchbruch ausgelaufen. US-Präsident Donald Trump erklärte am Dienstag, derzeit seien keine Gespräche mit Iran geplant. Gleichzeitig bleibt die Situation rund um die Straße von Hormus angespannt.
Eine Vereinbarung zwischen Iran und Oman könnte deshalb zunächst ein begrenztes, aber wichtiges Teilproblem entschärfen. Sie würde eine Regelung für den Schiffsverkehr schaffen und könnte damit einen konkreten Ansatzpunkt für weitere diplomatische Gespräche liefern.
Für Iran geht es dabei um die Kontrolle und Sicherheit einer Wasserstraße unmittelbar vor seiner Küste. Oman wiederum liegt an der südlichen Seite der Meerenge und spielt traditionell eine wichtige Rolle als Vermittler zwischen regionalen Akteuren und den USA.
Katar versucht ebenfalls, zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln. Nach Angaben Al Ansaris warten die Vermittler derzeit darauf, was aus den Gesprächen zwischen Iran und Oman hervorgeht.
Streit um iranische Piloten belastet Beziehungen
Parallel zur Frage der Straße von Hormus sorgt ein weiterer Konflikt zwischen Iran und Katar für Spannungen. Teheran hatte behauptet, Katar halte drei iranische Piloten fest, deren Flugzeuge im März abgeschossen worden seien. Doha weist diese Darstellung zurück.
Katar erklärte inzwischen, die sterblichen Überreste eines Piloten gefunden und an eine iranische Delegation übergeben zu haben. Nach Angaben Al Ansaris habe Doha Iran außerdem eingeladen, ein technisches Team zur Überprüfung der Suchmaßnahmen zu entsenden. Eine Reaktion Teherans sei bislang ausgeblieben.
Al Ansari bezeichnete die iranische Forderung nach einer Beteiligung des Korps der Islamischen Revolutionsgarden an der Untersuchung als politische beziehungsweise mediale Taktik. Katar betont zugleich, die betroffenen Flugzeuge hätten den katarischen Luftraum verletzt und seien entsprechend den geltenden Regeln behandelt worden.
Der Streit erschwert damit die ohnehin komplizierten Vermittlungsbemühungen in der Region. Während Katar auf eine diplomatische Lösung drängt, bleiben die gegenseitigen Vorwürfe zwischen Teheran und Doha bestehen.
Straße von Hormus wird zum Schlüssel für die weitere Diplomatie
Für die kommenden Tage dürfte deshalb entscheidend sein, ob Iran und Oman tatsächlich eine gemeinsame Regelung erreichen. Eine solche Vereinbarung würde nicht automatisch zu neuen Gesprächen zwischen den USA und Iran führen. Sie könnte jedoch ein Hindernis beseitigen, das derzeit unmittelbar mit der regionalen Sicherheitslage verbunden ist.
Der Zeitpunkt ist besonders kritisch. Die USA und Iran haben bislang keinen neuen Verhandlungstermin vereinbart, während die Auseinandersetzung über die Kontrolle der Straße von Hormus anhält. Beide Seiten erheben unterschiedliche Ansprüche auf die Situation in der Meerenge.
Für Europa ist die Entwicklung vor allem wegen der möglichen Auswirkungen auf Energieversorgung und Handel relevant. Eine stabilere Schifffahrt durch die Straße von Hormus könnte den Druck auf internationale Märkte verringern. Eine weitere Eskalation hätte dagegen das Potenzial, Transportkosten und Energiepreise erneut deutlich zu erhöhen.
Der nächste entscheidende Schritt liegt damit zunächst nicht in Washington oder Teheran, sondern bei Iran und Oman. Eine Einigung über die Straße von Hormus könnte zum Türöffner für die größere diplomatische Frage werden: ob die USA und Iran wieder direkt über eine politische Lösung ihres Konflikts verhandeln.
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