Selbstgebautes Röntgengerät aus alter Fernsehröhre: Tüftler zeigt ungewöhnliches Experiment
Ein selbstgebautes Röntgengerät aus Teilen eines alten Röhrenfernsehers sorgt in der Technikszene für Aufmerksamkeit. Der DIY-YouTuber Mirko Pavleski entwickelte eine funktionierende Röntgenanlage für seine Werkstatt und nutzte dafür eine umgebaute DY86-Vakuumröhre aus einem früheren CRT-Fernseher. Das Experiment zeigt eindrucksvoll die technischen Möglichkeiten moderner Bastler – macht aber zugleich deutlich, warum Röntgenstrahlung normalerweise nur unter professionellen Sicherheitsbedingungen eingesetzt wird.
Selbstgebautes Röntgengerät nutzt Technik aus alten Fernsehern
Röntgenstrahlung gehört zu den wichtigsten technischen Entdeckungen der Geschichte. Der deutsche Physiker Wilhelm Röntgen entdeckte die Strahlen im Jahr 1895 und erhielt dafür den ersten Nobelpreis für Physik.
In der Medizin werden Röntgenstrahlen eingesetzt, um Strukturen im Inneren des Körpers sichtbar zu machen. Dabei durchdringen die Strahlen das Gewebe unterschiedlich stark: Dichte Knochen absorbieren mehr Strahlung und erscheinen auf Aufnahmen hell, während weichere Gewebe in Grautönen dargestellt werden.
Pavleski verfolgte bei seinem Projekt jedoch keinen medizinischen Zweck. Seine selbstgebaute Anlage sollte technische Gegenstände untersuchen. Die entstandenen Bilder zeigten unter anderem Bauteile aus seiner Werkstatt, darunter eine microSD-Karte und kleine elektronische Komponenten.
Alte Vakuumröhre wird zur Röntgenquelle
Das zentrale Bauteil des Experiments war eine DY86-Vakuumröhre, wie sie in älteren Röhrenfernsehern verwendet wurde. Unter bestimmten Bedingungen können solche Röhren hochenergetische Elektronen erzeugen, die beim Auftreffen auf Materialien Röntgenstrahlung entstehen lassen.
Damit die Röhre nicht sofort beschädigt wurde, entwickelte Pavleski eine mehrstufige Stromversorgung. Ein Niederspannungs-Gleichstromgenerator speiste zunächst einen Hochspannungs-Wechselrichter. Anschließend wurde die Spannung über einen Transformator und einen Spannungsvervielfacher weiter erhöht.
Dieser Aufbau war notwendig, um die hohe elektrische Spannung zu erreichen, die für die Erzeugung von Röntgenstrahlung erforderlich ist.
Der Weg zum funktionierenden Gerät verlief allerdings nicht ohne Rückschläge. Während der Entwicklung gingen laut Bericht drei Vakuumröhren durch Fehlversuche zu Bruch und explodierten.
Röntgenbilder aus der Werkstatt statt medizinischer Anwendungen
Für die Aufnahmen verwendete Pavleski handelsüblichen zahnmedizinischen Röntgenfilm. Das zu untersuchende Objekt wurde vor dem Film platziert und anschließend belichtet.
Nach der Aufnahme folgte ein klassischer Entwicklungsprozess mit Wässern, Fixieren und erneutem Wässern. Insgesamt dauerte die Entwicklung eines Bildes etwa 30 Minuten.
Die Ergebnisse erlaubten Einblicke in die inneren Strukturen verschiedener Gegenstände. Besonders interessant ist dabei, dass die Technik sichtbar macht, wie Röntgenverfahren nicht nur in der Medizin, sondern auch in der Materialanalyse und Forschung genutzt werden können.
Warum Röntgenexperimente zu Hause problematisch sind
Trotz der technischen Faszination bleiben selbstgebaute Röntgengeräte ein riskantes Gebiet. Röntgenstrahlung ist ionisierende Strahlung und kann bei falscher Anwendung gesundheitliche Schäden verursachen.
Professionelle Röntgenanlagen verfügen deshalb über umfangreiche Schutzmaßnahmen, darunter Abschirmungen, Kontrollsysteme und genaue Dosismessungen. Medizinische Anwendungen erfolgen nur unter regulierten Bedingungen.
Das Experiment von Pavleski zeigt vor allem die historische und technische Bedeutung der Röntgentechnik. Es verdeutlicht, wie aus scheinbar einfachen Bauteilen komplexe physikalische Prozesse entstehen können – ersetzt aber keinesfalls professionelle Geräte oder Sicherheitsstandards.
Von der Erfindung Röntgens bis zur modernen Technik
Mehr als 130 Jahre nach Wilhelm Röntgens Entdeckung sind Röntgenverfahren aus Medizin, Industrie und Wissenschaft nicht mehr wegzudenken. Moderne Systeme sind heute deutlich präziser, sicherer und leistungsfähiger als frühe Geräte.
Das DIY-Projekt zeigt dennoch einen faszinierenden Aspekt der Technikgeschichte: Viele bedeutende Technologien beruhen auf grundlegenden physikalischen Prinzipien, die auch außerhalb professioneller Labore nachvollziehbar bleiben.
Die eigentliche Herausforderung liegt dabei nicht nur darin, eine Technik zum Funktionieren zu bringen, sondern sie sicher und verantwortungsvoll einzusetzen.
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