Indien:Touristinnen fühlen sich bedroht. Die indische Zeitungen berichten täglich über neue Vergewaltigungsopfer.
Westliche Außenministerien warnen ausländische Frauen schon seit einiger Zeit von sexuellen Angriffen in Touristenregionen und Städten. Ausländische Frauen sind in Indien großem Risiko ausgesetzt, teilte das britische Ministerium mit.
In Indien ist sexuelle Gewalt zu einem großen Problem geworden, was inzwischen auch die Regierung anerkannt hat. 2011 wurden bei der Polizei 24 200 Vergewaltigungen gemeldet, die echte Zahl der Fälle ist aber um ein Vielfaches höher. Die Frauen haben Angst und zeigen die Übergriffe meistens nicht an, die Täter und Polizei arbeiten sehr oft zusammen. Korruption ist ja in Indien nach wie vor sehr verbreitet.
Vor kurzer Zeit wurde ein Inder festgenommen, der wegen der Vergewaltigung einer deutschen Touristin verurteilt worden war und danach sechs Jahre unter anderen Namen untertauchte. Gleich danach- im Bundesstaat Madhya Pradesh -wurde eine Südkoreanerin im Hotelzimmer vergewaltigt, wo nach paar Tagen auch eine Schweizerin zum Opfer wurde.
Das Problem ist nicht neu in Indien, wird nur zu oft totgeschwiegen. Bereits 2003 vergewaltigten zwei Männer eine Schweizer Diplomatin. 2008 stellte die Polizei den Fall stillschweigend ein, da die Täter nie gefunden wurden.
Solche Vorfälle verunsichern Ausländerinnen in Indien zunehmend. Ich selbst habe so viel über sexuellen Angriffen in Indien gehört und gelesen (die Freundin von mir lebt in Indien), dass ich nie nach Indien fahren möchte.
Man darf nicht nach Einbruch der Dunkelheit draussen gehen, kein Taxi heranwinken, in keinen zweifelhaften Hotels übernachten.

