In vielen Ländern werden die Menschen mit einem landestypischen Gemüse in Verbindung gebracht. In Frankreich ist es die Artischocke, in Italien ist es die Tomate, in England die Bohne. Wenn man an einem spezifisch „deutschen Gemüse“ denkt, dann dankt man gleich an „Kartoffel“ oder „Kraut“– zwei Gemüsesorten, die eines bestimmt versprechen: sie machen satt und sind schnell gekocht. Es ist leider ein Vorurteil, das sich seit Jahren hartnäckig hält. Dabei ist das Gemüseangebot auf einem deutschen Markt so vielseitig. Je nach Jahreszeit kann man unterschiedlichsten Produkte aus den heimischen Gärtnereien erhalten.
Wenn man im Frühling so deutsche Hausfrauen auf dem Markt beobachtet, bemerkt man irgendwie eine ansteigende Nervosität. Die Blicke schweifen von Stand zu Stand…Es sind die Stängel, nach denen sie Ausschau halten – ganz genau gesagt die Spargel. Die ca. 30 Zentimeter langen Stängel wachsen in der Erde, sobald es sich im Frühjahr erwärmt. Spargel ist zwischen April und Juni das Lieblingsgemüse der Deutschen. Diese “Stangen” sind der Beweis, dass der Winter vorbei ist.
Die Bauer haben im 2011 100 000 Tonnen Spargels geerntet, auf einer Fläche, wie Zb.28 000 Fußballfelder. Für ein Kilo guter Qualität zahlt der Kunde bis zu zehn Euro– also so viel wie für kein anderes Gemüse.
Wahrscheinlich waren es die Römer, die nicht nur Wein, sondern auch Spargel mit über die Alpen brachten. Das leckere Gemüse wurde anfangs vor allem in den Klöstern gepflegt und als Heilpflanze angebaut. Schon Hippokrates sagte, dass Spargel eine Körper reinigende Medizin sei. Die Römer liebten Spargel in seiner grünen Variante fast abgöttisch.
Das, was wir heutzutage als weißer oder bleicher Spargel auf den Tellern sehen, ist sozusagen eher eine Erfindung der Zeit. Man hat ja herausgefunden, dass der Spargel seine weiße Farbe nur dann behält, wenn man ihn vor Sonnenstrahlen schützt. Es reichen Temperaturen von 12 Grad, damit sie wachsen. Wenn es warmer wird, schießen die Stangen fast in jeder Stunde um sieben Millimeter in die Höhe.
In ganz Deutschland, wo trockene Böden den Anbau erlauben, sieht man im Frühjahr die ziemlich langen Hügelreihen, die meist sogar mit dunkler Folie bedeckt werden, damit die Sonnenstrahlen die sandige Erde erwärmen. Es gibt Gebieten, die als Hochburgen des Spargels gelten: Schwetzingen (Baden-Würt¬temberg), Schrobenhausen (Bayern) und Beelitz (Brandenburg).Aslo –Regionen- bei denen vielen das Wasser im Munde zusammenläuft. Da wie bekannt: Spargel besteht zu dreiundneunzig Prozent aus Wasser. Der Rest sind Proteine und Kohlehydrate. Spargel besitzt kaum Fette, macht also kaum dick.

