Studenten/Jugendliche mit Migrationshintergrund haben es nicht leicht, in BRD eine Ausbildungsstelle zu finden – das ist ziemlich bekannt. Die Diskriminierung nimmt leider weiter zu.
Man liest es immer wieder: Deutschland sei ein Land der Chancengleichheit. Stimmt es wirklich? Wer die am Mittwoch (26.03.2014) in Berlin veröffentlichte Studie des SVR liest, der wird daran bestimmt ernsthafte Zweifel haben. Da wie Experten nachweisen konnten, haben Jugendliche mit Migrationshintergrund auch bei guter Qualifikation wenige Chancen, einen Ausbildungsplatz zu finden.In Deutschland hat man mit einem ernsthaften Diskriminierungsproblem zu tun,informieren die Forscher.
Ein türkischer Name
Jugendliche mit einem türkischen Namen haben auch bei gleichen Qualifikationen deutlich schlechtere Chancen, zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden als Kinder mit einem deutschen Namen.
Wie hat man es herausgefunden?
Die Forscher führten einen sogenannten Korrespondenztest durch, bei dem sich ein Jugendlicher mit deutschem und ein mit türkischem Namen auf gleiche Ausbildungsstellen bei Unternehmen bewarben. Die “Testpersonen” haben sich bei rund 1800 Unternehmen in ganz Deutschland um Ausbildungsplätze beworben. Die unechten Bewerber mit deutschem Namen konnten sich nach fünf Bewerbungen über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch freuen, die fiktiven Mitbewerbern mit türkischem Namen allerdings erst nach sieben Anläufen.
Der Studie zufolge spielt die Unternehmensgröße eine große Rolle bei der Entscheidung, ob Jugendliche mit türkischem Namen einen Ausbildungsplatz bekommt oder nicht. Man hat herausgefunden, dass die Diskriminierungsrate bei kleinen Unternehmen mit weniger als sechs Mitarbeitern viel höher als bei mittleren und großen Firmen ist.
Anonymisierte Bewerbungsverfahren?
Um die Diskriminierung erfolgreich zu bekämpfen, schlagen die Forscher einige Maßnahmen vor. Das Instrument der anonymen Bewerbung könne in diesem Fall für mehr Chancengerechtigkeit sorgen, meinen die Experten. Somit könne der Irrtum der Diskriminierung, der eigentlich nur aufgrund des ausländischen Namens oder von Stereotypen geschehe, beendet werden.

