Deutsches Brot als Kulturerbe

Date:

Bäcker in Deutschland nehmen für sich in Anspruch, eine sehr reiche Brotkultur zu haben. Daher auch wollen sie sich das deutsche Brot als Kulturerbe schützen lassen. Es ist jedoch ein langer Weg.

Wir Deutschen bilden uns schon etwas ein auf unseres Brot – und dies besonders, wenn wir im Ausland sind. Wir meckern immer über südeuropäisches Brot, was inzwischen genauso so viel Tradition wie das deutsche bekannte
Bäckerhandwerk hat. Aber, wenn wir wieder zu Hause sind,führt der Weg beim Brotkauf meistens nicht zur Traditionsbäckerei, sondern in den Supermarkt wie Aldi, Edeka usw. Diese haben die Bäckereien leider mit ihren günstigen Angeboten in Bedrängnis gebracht. Jährlich müssen sogar zwischen 300 und 500 Bäckereien schließen.

Daher haben sich die Bäcker überlegt, wie sie mit der Konkurrenz „umgehen“ sollen, wie sie das Brot– ihr Produkt-
aufwerten können.Bäcker wollen es also als Kulturerbe schützen lassen. Kein anderes Land der Welt hat so eine große Brotvielfalt wie BRD. Dass deutsches Brot einfach ausgezeichnet ist und auch im Ausland eine wirklich gute Reputation hat, kann man selbst daran erkennen, dass die beste Bäckereien auf der ganzen Welt ‚German Bakerys‘ heißen.

Das Brot hat die Kultur in BRD maßgeblich geprägt. Die ziemlich einfache Herstellung und die ständige Verfügbarkeit haben mit dazu geführt, dass die Leute sesshaft geworden sind und nachher Städte gegründet haben. Dass es aber so viele Brotsorten gibt, liegt an Klima. In Deutschland können alle Getreidesorten angebaut werden.Bisher sind mehr als 3000 verschiedene Rezepturen registriert worden.

Bringt das Unesco-Label etwas?

Der Titel „immaterielles Kulturerbe“ vergibt Unesco. Diese Kategorie wurde 2003 eingeführt. Einige Länder Asiens und Afrikas waren die Initiatoren.Länder, die ihre Kultur nicht ausreichend vertreten sahen…

Deutschland trat allerdings dem Abkommen zum Erhalt Kulturgüter erst im 2013 bei.Gruppen, Vereine, Gemeinschaften und auch Einzelpersonen waren aufgerufen, bis Anfang Dezember ihre Vorschläge zu verschicken bzw.einzureichen –  es waren insgesamt 128 am Ende. Geschützt sollten neben dem deutschen Brot, auch die mündliche Erzähltradition aus Thüringen und die mikrobiologische Therapie „Heilen mit Bakterien“.

Jedes Bundesland darf bis April bis zwei Vorschläge aus der Liste auswählen. Die Expertenkomitee der Deutschen Unesco-Kommission stellt dann die Liste endgültig zusammen. So werden sich auf der Liste nur noch zwischen 30 und 50 Kulturgüter befinden, die im Nachhinein um die Aufnahme in die repräsentative Liste bewerben dürfen. Erster deutscher Eintrag wird dort allerdings erst im 2016 zu finden.

Inwieweit sich das „Kulturerbe“ für die Bäcker auszahlen wird, ist schwer zu sagen. Deutschland ist auf der ganzen Welt für seine Brotkultur bekannt. Möglicherweise geben wir etwas auf, worum uns viele andere beneiden…

Share post:

Subscribe

spot_imgspot_img

Popular

More like this
Related

Krieg im Gazastreifen 35.000 Palästinenser sind getötet

Krieg im Gazastreifen Vollständige Rafah-Invasion, ein „humanitärer Albtraum“ Die Vereinten Nationen...

Locarno…und die neue Langsamkeit

Die Filme, die in diesem Jahr im Wettbewerb um...

“Hin und weg” in Locarno

Während sich deutsche Politiker und sogenannte „gesellschaftlich relevante Gruppen“...

Locarno: Pardi di Domani etc

Ob „Talent Campus“ bei der Berlinale oder „Pardi di...