US-Zustimmung zum Iran-Krieg sinkt auf 31 Prozent – Trump erreicht neuen Tiefstand
Die Unterstützung für einen US-Militäreinsatz gegen den Iran ist in der amerikanischen Bevölkerung weiter zurückgegangen. Nach einer aktuellen Reuters/Ipsos-Umfrage sprechen sich nur noch 31 Prozent der Befragten für einen solchen Einsatz aus. Gleichzeitig liegt die Zustimmung zur Amtsführung von Präsident Donald Trump zum zweiten Mal in Folge bei lediglich 33 Prozent – dem niedrigsten Wert, den die Reuters/Ipsos-Erhebungen während seiner beiden Amtszeiten gemessen haben. Für Trump kommt die Entwicklung politisch zu einem schwierigen Zeitpunkt: Der Krieg dauert an, die Treibstoffpreise steigen und im November stehen die Zwischenwahlen an.
Iran-Krieg USA: Unterstützung nimmt weiter ab
Die aktuellen Zahlen zeigen einen deutlichen Rückgang innerhalb weniger Monate. Im März hatten sich noch 37 Prozent der Amerikaner für einen US-Militäreinsatz gegen den Iran ausgesprochen. Anfang August lag die Zustimmung bei 34 Prozent, inzwischen sind es nur noch 31 Prozent.
Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung unter den republikanischen Wählern. Auch dort verliert der Krieg an Unterstützung. Während im März noch 77 Prozent der Republikaner einen Militäreinsatz befürworteten, sind es inzwischen 69 Prozent.
Damit bleibt die Unterstützung innerhalb der republikanischen Wählerschaft zwar deutlich höher als in der Gesamtbevölkerung. Der Rückgang ist für Trump dennoch politisch relevant, weil er zeigt, dass die Skepsis gegenüber einem lang andauernden Konflikt inzwischen auch sein eigenes Lager erreicht.
Noch deutlicher wird die Stimmung beim Blick auf die Erwartungen zur Kriegsdauer. 83 Prozent der Befragten gehen inzwischen davon aus, dass der Iran-Krieg noch lange dauern wird. Anfang August waren es 80 Prozent.
Steigende Preise erhöhen den politischen Druck auf Trump
Neben der Dauer des Konflikts spielt die wirtschaftliche Belastung eine wichtige Rolle. Die steigenden Treibstoffpreise bereiten vielen Amerikanern Sorgen und könnten die innenpolitische Bewertung des Krieges zusätzlich verschlechtern.
Für Trump ist das besonders problematisch, weil die wirtschaftliche Entwicklung zu seinen zentralen politischen Versprechen gehört. Im Präsidentschaftswahlkampf 2024 hatte er unter anderem versprochen, die Inflation zu senken und die Vereinigten Staaten aus militärischen Konflikten im Ausland herauszuhalten.
Ein lang andauernder Krieg mit steigenden Energiepreisen steht damit im Widerspruch zu einem Teil dieser politischen Botschaft. Für die Regierung wird es schwieriger, einen militärischen Einsatz zu verteidigen, wenn gleichzeitig die finanziellen Belastungen für Haushalte spürbarer werden.
Iran-Krieg USA: Trumps Zustimmungswerte erreichen neuen Tiefstand
Parallel zur sinkenden Unterstützung für den Krieg bleibt Trumps persönliche Zustimmung schwach. Nur 33 Prozent der Befragten bewerten seine Amtsführung positiv.
Das ist bereits das zweite Mal in Folge, dass dieser Wert bei 33 Prozent liegt. Nach Angaben der Reuters/Ipsos-Umfrage handelt es sich damit um den niedrigsten Zustimmungswert, der während Trumps beiden Amtszeiten in dieser Umfrageserie gemessen wurde.
Die Entwicklung könnte für die Republikanische Partei vor den Zwischenwahlen im November besonders relevant werden. Steigende Kraftstoffpreise und die zunehmende Skepsis gegenüber dem Krieg könnten die politische Mobilisierung der Wähler beeinflussen.
Eine weitere Zahl aus der Umfrage fällt dabei auf: Unter den unabhängigen Wählern erklärten 33 Prozent, unter den derzeitigen Bedingungen bei den Kongresswahlen für die Demokraten stimmen zu wollen. Nur 19 Prozent würden die Republikaner wählen.
Analyse: Der Krieg könnte für Trump zum innenpolitischen Risiko werden
Die Umfrage beweist nicht, dass der Iran-Krieg allein für Trumps niedrige Zustimmungswerte verantwortlich ist. Dafür spielen bei einer Bewertung der Präsidentschaft zahlreiche Faktoren eine Rolle. Sie zeigt jedoch, dass der militärische Einsatz zunehmend auf Skepsis stößt und diese Skepsis nicht auf politische Gegner Trumps beschränkt bleibt.
Besonders wichtig ist der Rückgang bei den Republikanern. Solange eine militärische Operation von der eigenen Basis überwiegend unterstützt wird, kann ein Präsident politische Kosten leichter auffangen. Wenn die Unterstützung dort ebenfalls nachlässt, verändert sich die Lage.
Hinzu kommt der Faktor Zeit. Je länger der Krieg dauert, desto schwieriger könnte es für die Regierung werden, den Konflikt als begrenzten Einsatz darzustellen. Die Tatsache, dass bereits 83 Prozent der Befragten mit einer langen Kriegsdauer rechnen, deutet auf eine wachsende Wahrnehmung eines offenen und möglicherweise langwierigen Konflikts hin.
Für Deutschland und Europa ist die Entwicklung ebenfalls relevant. Ein länger dauernder Krieg zwischen den USA und dem Iran kann Auswirkungen auf Energiepreise, internationale Märkte und die außenpolitische Position Washingtons haben. Besonders die Entwicklung der Treibstoffpreise dürfte auch außerhalb der Vereinigten Staaten aufmerksam beobachtet werden.
Zwischenwahlen könnten zum Belastungstest werden
Die Zwischenwahlen im November werden damit zu einem wichtigen politischen Prüfstein für Trump und die Republikaner. Entscheidend wird sein, ob es der Regierung gelingt, die wirtschaftlichen Belastungen zu begrenzen und gleichzeitig die Unterstützung für ihre Iran-Politik wieder zu erhöhen.
Die Unterstützung für den Iran-Krieg sinkt, die Erwartungen an eine lange Kriegsdauer steigen und Trumps persönliche Zustimmungswerte bleiben auf einem historischen Tiefstand. Für den Präsidenten könnte damit aus einem außenpolitischen Konflikt zunehmend ein innenpolitisches Problem werden.
Mehr zum Thema „Nordamerika„






