Trump-Zustimmung sinkt auf 35 Prozent – Demokraten bei Wirtschaft vorn
Die Zustimmung für Donald Trump sinkt laut einer neuen Umfrage auf 35 Prozent. Wenige Monate vor den US-Zwischenwahlen zeigt die von Reuters beauftragte Ipsos-Erhebung damit einen deutlichen Rückgang gegenüber dem Beginn von Trumps zweiter Amtszeit. Gleichzeitig sehen die Befragten die Demokraten erstmals seit fast einem Jahrzehnt bei der Wirtschaftskompetenz vor den Republikanern – eine Entwicklung, die für die Kongresswahlen im November wichtig werden könnte.
Trump verliert bei den Zustimmungswerten
Nur 35 Prozent der Befragten gaben in der aktuellen Reuters/Ipsos-Umfrage an, mit der Amtsführung des US-Präsidenten zufrieden zu sein. Im Februar 2025, zu Beginn seiner zweiten Amtszeit, hatte der Wert noch bei 45 Prozent gelegen. Im Juli waren es 37 Prozent.
Damit setzt sich der in den vergangenen Monaten erkennbare Abwärtstrend fort. Trump selbst weist Umfragen, die eine wachsende Unzufriedenheit mit seiner Regierung zeigen, wiederholt zurück.
Noch vor Veröffentlichung der jüngsten Reuters/Ipsos-Erhebung schrieb Trump auf seiner Social-Media-Plattform, seine „wirklichen“ Umfragewerte seien „so gut wie nie zuvor“. Die Aussage steht damit deutlich im Gegensatz zu den Ergebnissen der aktuellen Befragung.
Demokraten gewinnen bei Wirtschaftsthemen
Besonders relevant ist der Blick auf die Wirtschaft. Zum ersten Mal seit fast einem Jahrzehnt sieht eine Mehrheit der Befragten die Demokraten bei wirtschaftspolitischen Fragen als kompetenter an als die Republikaner.
Als möglichen Grund nennt die Berichterstattung die gestiegenen Energiepreise im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg. Seit Beginn des Krieges sind die Benzinpreise demnach um mehr als 25 Prozent gestiegen. Autofahrer in den USA zahlen an den Tankstellen durchschnittlich mehr als einen US-Dollar je Gallone mehr als vor Kriegsbeginn.
Die Entwicklung könnte für die Regierung in Washington problematisch werden. Hohe Lebenshaltungskosten und steigende Energiepreise gehören zu den Themen, die sich unmittelbar auf den Alltag der Bevölkerung auswirken und damit auch die politische Stimmung beeinflussen können.
Midterms werden zum Stimmungstest für Trump
Bei der Frage nach dem Wahlverhalten bei den Zwischenwahlen würden derzeit 42 Prozent der Befragten für einen Demokraten stimmen. 37 Prozent würden einen republikanischen Kandidaten unterstützen.
Im Vergleich zum Februar konnten die Demokraten ihren Vorsprung damit um zwei Prozentpunkte ausbauen. Die Zahlen sind besonders relevant, weil die Republikaner derzeit nur über knappe Mehrheiten in beiden Kongresskammern verfügen.
Die Zwischenwahlen am 3. November werden deshalb zu einem wichtigen Test für Trumps verbleibende Amtszeit. Gewinnen die Demokraten eine der beiden Kammern, könnte es für den Präsidenten erheblich schwieriger werden, seine politischen Vorhaben durch den Kongress zu bringen.
Warum die Wahl auch für Europa wichtig ist
Das Ergebnis der Midterms wird nicht nur die Innenpolitik der USA beeinflussen. Für Deutschland und die Europäische Union sind Mehrheitsverhältnisse im US-Kongress auch deshalb relevant, weil Washington eine zentrale Rolle bei internationalen Konflikten, der Sicherheits- und Verteidigungspolitik sowie der globalen Wirtschaft spielt.
Noch lässt sich aus einer einzelnen Umfrage kein Wahlergebnis ableiten. Der Rückgang der Zustimmung zu Trump und der Vorsprung der Demokraten bei der hypothetischen Kongresswahl zeigen jedoch, dass die politische Ausgangslage vor den Zwischenwahlen keineswegs feststeht.
Entscheidend wird sein, ob sich dieser Trend bis zum 3. November fortsetzt – und ob die wirtschaftliche Lage für die amerikanischen Wähler zum zentralen Faktor bei ihrer Wahlentscheidung wird.
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