Leon Panetta warnt: USA wiederholen im Iran frühere Fehler
Der frühere US-Verteidigungsminister Leon Panetta hält die amerikanischen Kriegsstrategien im Irak und in Afghanistan für gescheitert und warnt davor, dieselben Fehler im Umgang mit dem Iran zu wiederholen. Nach Medienberichten fehlten den USA bei beiden Kriegen ein eindeutig definiertes Ziel, eine klare Strategie und ein belastbarer Plan für die Endphase. Panettas Kritik richtet sich damit gegen eine grundlegende Frage militärischer Politik: Was soll ein Krieg erreichen – und wie soll er beendet werden?
Panetta kritisiert fehlendes „Endgame“
Panetta zufolge hatten die USA bei ihren Einsätzen im Irak und in Afghanistan kein ausreichend klares Konzept dafür, wie die jeweiligen Konflikte enden sollten. Neben einem konkreten Ziel habe es an einer Strategie für die Endphase, dem sogenannten „Endgame“, gefehlt.
Der ehemalige Verteidigungsminister betonte, dass diese drei Elemente vor dem Einsatz von Truppen eindeutig festgelegt werden müssten: ein klares politisches oder militärisches Ziel, eine darauf ausgerichtete Strategie und ein Plan für die Endphase.
Gerade das sei im Irak und in Afghanistan nicht ausreichend geschehen. Panetta bewertet die entsprechenden Kriegsstrategien deshalb als gescheitert.
Leon Panetta und USA Kriegsstrategien: Warnung vor einer Wiederholung im Iran
Besonders kritisch sieht Panetta, dass aus seiner Sicht nun ein ähnliches Muster im Umgang mit dem Iran erkennbar ist. Die USA würden damit Gefahr laufen, die Fehler früherer militärischer Interventionen zu wiederholen.
Seine Warnung beschränkt sich dabei nicht auf einzelne militärische Entscheidungen. Im Mittelpunkt steht vielmehr die grundsätzliche Frage, ob Washington vor einem möglichen Einsatz ausreichend geklärt hat, welches Ziel verfolgt wird und wie dieses Ziel anschließend politisch umgesetzt werden soll.
Für die weitere Entwicklung ist deshalb entscheidend, ob eine klare Strategie und ein belastbarer Plan für die Endphase formuliert werden. Ohne diese Elemente könne ein militärischer Einsatz nach Panettas Einschätzung erneut vor denselben Problemen stehen wie die Kriege im Irak und in Afghanistan.
Warum die Kritik über den Iran hinausgeht
Panettas Aussagen verweisen auf eine zentrale Lehre aus den vergangenen US-Kriegen: Militärische Stärke allein beantwortet nicht die Frage, wie ein Konflikt beendet und eine politische Ordnung danach stabilisiert werden soll.
Im Irak und in Afghanistan zeigte sich aus seiner Sicht, welche Folgen ein fehlendes klares Endziel haben kann. Die USA mussten sich mit langwierigen Konflikten auseinandersetzen, während die ursprünglichen militärischen Ziele nicht automatisch eine tragfähige politische Perspektive für die Zeit danach schufen.
Die Kritik ist deshalb auch für europäische Verbündete relevant. Entscheidungen der USA im Nahen Osten können Auswirkungen auf die internationale Sicherheitslage haben und damit auch Deutschland und seine europäischen Partner betreffen.
Panettas Kernbotschaft ist entsprechend eindeutig: Bevor Truppen in einen Krieg geschickt werden, müssen Ziel, Strategie und Endphase feststehen. Dass er dieselbe Lücke nun auch im Umgang mit dem Iran erkennt, ist für ihn ein Zeichen dafür, dass Washington aus den Erfahrungen im Irak und in Afghanistan nicht ausreichend gelernt hat.
Mehr zum Thema „Leon Panetta und USA Kriegsstrategien Nordamerika„




