Kanada erwägt Umbenennung der Trump Avenue – „Taco Avenue“ als Alternative
Der Handelsstreit zwischen Kanada und den USA erreicht auch die Straßen von Ottawa: Der Stadtrat der kanadischen Hauptstadt hat einstimmig einen Vorschlag zur Umbenennung der Trump Avenue unterstützt. Als mögliche neue Namen werden unter anderem „Obama Avenue“ und „Taco Avenue“ genannt. Der Schritt kommt unmittelbar nach der Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, den Ontariosee im US-amerikanischen Namenssystem künftig „Lake America“ zu nennen. Damit bekommt der politische Schlagabtausch zwischen den Nachbarländern eine zunehmend symbolische Ebene.
Trump Avenue wird zum Symbol im Kanada-USA-Streit
Die Trump Avenue liegt in Ottawas Stadtteil Central Park und wurde nach Angaben aus dem vorliegenden Material bereits vor rund 25 Jahren nach dem heutigen US-Präsidenten benannt. Damals war Trump vor allem als Immobilienunternehmer und Medienfigur bekannt. Die Straße entstand im Rahmen eines Wohngebiets mit einem bewusst gewählten New-York-Bezug.
Nun könnte der Name verschwinden. Der Vorschlag des Stadtrats steht im Zusammenhang mit den deutlich verschärften Beziehungen zwischen Kanada und den USA. Insbesondere Trumps Handelspolitik und neue US-Zölle haben in Kanada heftige Reaktionen ausgelöst.
Eine sofortige Umbenennung ist allerdings nicht vorgesehen. Nach den vorliegenden Angaben müssen zunächst mehr als die Hälfte der betroffenen Einwohner zustimmen. Anschließend soll ein öffentliches Verfahren zur Suche nach einem neuen Namen folgen.
„Obama Avenue“ oder „Taco Avenue“?
Besonders auffällig sind die vorgeschlagenen Alternativen. Neben „Obama Avenue“ steht „Taco Avenue“ im Raum. Der zweite Name ist als politisches Wortspiel gedacht: „TACO“ steht für „Trump Always Chickens Out“.
Damit wäre die Umbenennung nicht nur eine administrative Entscheidung, sondern zugleich eine politische Botschaft. Gerade „Taco Avenue“ würde den Streit mit Trump auf eine spöttische Ebene ziehen.
Stadtrat Tim Tierney erklärte, dass eine sofortige Umbenennung nicht möglich sei. Der gesamte Prozess werde voraussichtlich erst nach den Kommunalwahlen Ende Oktober beginnen.
Parallelstreit um den Ontariosee
Die zeitliche Nähe zu Trumps Vorgehen beim Ontariosee macht die Auseinandersetzung besonders bemerkenswert. Der US-Präsident unterzeichnete eine Anordnung, nach der die US-Regierung den Ontariosee künftig als „Lake America“ bezeichnen soll.
Kanada hält dagegen am Namen Lake Ontario fest. Damit stehen sich inzwischen zwei symbolische Namensfragen gegenüber: Während Washington einen neuen Namen für einen See ins Spiel bringt, diskutiert Ottawa über die Entfernung des Namens Trump von einer Straße.
Mehr als ein Streit um Namen
Die beiden Namenskonflikte sind vor allem Ausdruck einer deutlich größeren politischen Auseinandersetzung. Während Washington mit Zöllen und handelspolitischem Druck arbeitet, reagiert Kanada zunehmend mit politischen und symbolischen Gegenmaßnahmen.
Für Europa ist die Entwicklung ebenfalls relevant. Kanada und die USA gehören zu den wichtigen Volkswirtschaften des transatlantischen Wirtschaftsraums. Eine weitere Verschärfung des Handelskonflikts könnte Unternehmen, Lieferketten und internationale Handelsbeziehungen über Nordamerika hinaus beeinflussen.
Ob die Trump Avenue tatsächlich einen neuen Namen erhält, ist noch offen. Fest steht jedoch: Der Streit zeigt, wie stark sich das Verhältnis zwischen den traditionell eng verbundenen Nachbarn verändert hat. Aus einem Konflikt über Zölle und Handelsinteressen ist längst ein politischer Schlagabtausch geworden, der inzwischen sogar auf Straßenschildern und Landkarten sichtbar wird.
Mehr zum Thema „Nordamerika„






