Super E10 erreicht neues Allzeithoch: Liter kostet 2,273 Euro
Der Spritpreis in Deutschland hat am Sonntag einen historischen Höchststand erreicht: Super E10 kostete im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,273 Euro je Liter. Damit wurde der bisherige Rekord vom März 2022 übertroffen, wie der ADAC mitteilte. Auch Diesel verteuerte sich weiter und lag bei 2,404 Euro je Liter. Für Autofahrer bedeutet das: Eine 50-Liter-Tankfüllung E10 kostet im Durchschnitt rund 114 Euro, bei Diesel sind es gut 120 Euro.
E10-Preis steigt wegen teurem Öl und gestörter Transportwege
Der wichtigste kurzfristige Treiber ist der stark gestiegene Ölpreis. Brent-Rohöl, die für Europa wichtige Referenzsorte, lag am Montagmorgen bei mehr als 107 Dollar je Barrel.
Hintergrund ist die weitere Eskalation im Nahen Osten. Die Straße von Hormus ist für Öltransporte stark beeinträchtigt. Gleichzeitig gerät mit Bab al-Mandab eine zweite wichtige Schifffahrtsroute unter Druck.
Die Bedeutung dieser Seewege reicht bis an deutsche Tankstellen. Wenn Öltransporte schwieriger, teurer oder unsicherer werden, kann das den Ölpreis nach oben treiben. Höhere Beschaffungskosten schlagen anschließend mit Verzögerung auf die Preise für Benzin und Diesel durch.
E10-Preis: Wie teuer kann Tanken noch werden?
Für Verbraucher stellt sich damit unmittelbar die Frage, ob die Preise weiter steigen. Eine belastbare Obergrenze gibt es derzeit nicht. Entscheidend wird sein, wie lange die Störungen im Öltransport anhalten und ob sich die geopolitische Lage im Nahen Osten weiter verschärft.
ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski warnte laut den vorliegenden Angaben, dass Diesel bei einem längeren Ölpreis von mehr als 110 Dollar je Barrel der Marke von drei Euro je Liter gefährlich nahekommen könnte. Für Benzin wären in diesem Szenario etwa 2,50 Euro je Liter möglich.
Das würde die Kosten einer Tankfüllung nochmals deutlich erhöhen. Bei 50 Litern wären es 125 Euro für Benzin und 150 Euro für Diesel.
Für Deutschland ist das mehr als ein Problem an der Zapfsäule. Hohe Kraftstoffpreise verteuern auch Transporte und belasten Haushalte, die auf das Auto angewiesen sind. Besonders empfindlich reagieren Pendler, Speditionen und Unternehmen mit hohem Kraftstoffverbrauch.
Warum heute der Blick auf 12 Uhr wichtig ist
Für Autofahrer ist am Montag zudem die Preisregel für Tankstellen relevant. Tankstellen dürfen ihre Preise nur einmal am Tag erhöhen – um 12 Uhr. Preissenkungen sind dagegen jederzeit möglich.
Wer heute tanken muss, sollte deshalb die Preise mehrerer Stationen vergleichen und den Zeitpunkt berücksichtigen. Der ADAC rät dazu, möglichst kurz vor 12 Uhr zu tanken, weil danach ein weiterer Preissprung zunächst nicht möglich ist.
Wie groß die Unterschiede innerhalb eines Tages sein können, zeigt der Dieselpreis: Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Zeitpunkt lagen zuletzt durchschnittlich 18,4 Cent je Liter. Bei einer 50-Liter-Tankfüllung entspricht das einem Unterschied von 9,20 Euro.
Der neue E10-Rekord zeigt damit eine Entwicklung, die für Deutschland weit über den einzelnen Tankvorgang hinausgeht. Energiepreise sind erneut ein unmittelbarer Belastungsfaktor für Verbraucher und Unternehmen. Ob die historische Marke von 2,273 Euro nur ein kurzfristiger Ausschlag bleibt oder zum Ausgangspunkt weiterer Preissteigerungen wird, hängt wesentlich davon ab, wie sich die internationalen Öl- und Transportmärkte in den kommenden Tagen entwickeln.
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