Deutsche Wirtschaft unter Kanzler Merz: Langsames Wachstum, hohe Kosten und neue Chancen
Seit Friedrich Merz am 6. Mai 2025 das Amt des Bundeskanzlers übernommen hat, kämpft die deutsche Wirtschaft mit schwachem Wachstum, steigenden Staatsschulden und anhaltendem Preisdruck. Die Regierung aus CDU/CSU und SPD hat die Schuldenbremse gelockert, um mehr für Verteidigung und Infrastruktur auszugeben. Gleichzeitig belasten externe Schocks und strukturelle Probleme viele Haushalte und Unternehmen. Eine Bilanz nach gut 15 Monaten.
Steigende Staatsverschuldung und schwaches Wachstum
Die öffentliche Verschuldung Deutschlands ist weiter gestiegen. Ende 2025 lag der Schuldenstand des öffentlichen Gesamthaushalts bei rund 2.662 Milliarden Euro, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von etwa 31.887 Euro entspricht. Die Schuldenquote stieg auf rund 63,5 Prozent des BIP und wird 2026 voraussichtlich weiter auf über 65 Prozent zunehmen. Grund sind vor allem höhere Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur nach der Reform der Schuldenbremse.
Das Wirtschaftswachstum blieb schwach. Nach zwei Rezessionsjahren legte die Wirtschaft 2025 nur um etwa 0,2 Prozent zu. Für 2026 wird eine moderate Erholung von 0,5 bis 1,0 Prozent erwartet. Die Regierung hat ein Reformpaket mit Steuererleichterungen für niedrige und mittlere Einkommen, Bürokratieabbau und Anpassungen bei der Rente vorgelegt.
Ursachen der wirtschaftlichen Schwäche
Mehrere Faktoren bremsen die deutsche Konjunktur. Der andauernde Krieg Russlands gegen die Ukraine hält die Energiepreise hoch und belastet energieintensive Branchen. Die Spannungen zwischen den USA und Iran im Jahr 2026 führten zu einem erneuten Anstieg der Öl- und Kraftstoffpreise und trieben die Inflation im Juli auf vorläufig 2,8 Prozent.
Zusätzlich wirken strukturelle Probleme: hohe Produktionskosten, schwache private Investitionen, zunehmende Konkurrenz aus China und eine alternde Bevölkerung. Auch die Migrationspolitik spielt eine Rolle. Die Regierung hat die Asylzahlen deutlich gesenkt und eine strengere Steuerung angekündigt. Kurzfristig führt dies jedoch zu Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt und höheren Kosten in den Kommunen. Viele Unternehmen klagen zudem über Fachkräftemangel trotz höherer Arbeitslosigkeit.
Inflation, Energie und Arbeitsmarkt
Die Inflationsrate lag 2025 weitgehend zwischen 2,0 und 2,4 Prozent. Im Juli 2026 stieg sie vorläufig auf 2,8 Prozent, getrieben von höheren Energiepreisen. Die Kerninflation blieb bei rund 2,4 bis 2,5 Prozent.
Die registrierte Arbeitslosenquote lag im Juli 2026 bei 6,4 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen nähert sich der Marke von drei Millionen. Der Wohnungsmarkt bleibt angespannt: Mieten und Immobilienpreise steigen in vielen Regionen weiter und belasten die Haushalte stark.
Belastung für den Alltag der Bürger
Für viele Menschen bedeuten höhere Energie- und Lebensmittelpreise, steigende Krankenversicherungsbeiträge und teures Wohnen spürbaren Druck auf das Haushaltsbudget. Reallohnzuwächse bleiben begrenzt. Die angekündigten Steuerentlastungen sollen vor allem Familien und mittlere Einkommen entlasten. Ob sie schnell wirken, ist noch offen. Die öffentliche Stimmung bleibt zurückhaltend – viele Bürger empfinden die wirtschaftliche Lage weiterhin als belastend.
Neue Marktchancen in Europa, Asien und Afrika
Trotz der aktuellen Schwäche sucht die deutsche Wirtschaft nach neuen Absatzmärkten. Innerhalb Europas bleiben der Binnenmarkt und die Zusammenarbeit mit osteuropäischen Partnern zentral. In Asien setzen Unternehmen verstärkt auf Indien, Südostasien und ausgewählte Märkte jenseits von China, um Abhängigkeiten zu verringern. In Afrika wächst das Interesse an Infrastruktur-, Energie- und Maschinenbau-Projekten. Deutsche Firmen sehen hier langfristige Chancen, auch wenn die Rahmenbedingungen noch herausfordernd sind.
Die Bilanz der ersten 15 Monate unter Kanzler Merz zeigt eine weiter steigende Verschuldung, eine nur langsame konjunkturelle Erholung und anhaltenden Preisdruck – verstärkt durch den Ukraine-Krieg, den Iran-Konflikt und strukturelle Probleme. Gleichzeitig eröffnen sich neue Chancen in Europa, Asien und Afrika. Für den Alltag vieler Menschen bleiben die Kosten für Energie, Wohnen und Lebenshaltung die zentralen Herausforderungen.
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