Automuseum Prototyp Hamburg: Diese 10 seltenen Fahrzeuge zeigen deutsche Automobilgeschichte aus einer neuen Perspektive
Mitten in der Hamburger HafenCity zeigt das Automuseum Prototyp eine der ungewöhnlichsten Fahrzeugsammlungen Deutschlands. Statt großer Serienmodelle stehen hier Prototypen, Rennwagen und Einzelstücke im Mittelpunkt, die entscheidende Kapitel der Automobilgeschichte geprägt haben. Für Besucher aus Deutschland ist das Museum ein seltener Blick hinter die Kulissen von Porsche, Volkswagen, BMW und der internationalen Motorsportwelt – oft mit überraschenden historischen Verbindungen.

Mercedes-Benz 280 GE: Ein G-Klasse mit politischer Vergangenheit
Dieser Mercedes wurde speziell umgebaut und ohne Embleme geliefert. Laut Museumshistorie wurde er für Erich Honecker, den damaligen DDR-Staatschef, als Jagdfahrzeug genutzt.
Der Umbau durch den Karosseriebauer Rometsch machte ihn zu einem diskreten, aber technisch hochinteressanten Einzelstück.

Der VW Plattenwagen entstand direkt nach dem Zweiten Weltkrieg im Werk Wolfsburg. Arbeiter nutzten ihn für interne Transporte auf dem Werksgelände.
Dieses improvisierte Fahrzeug inspirierte später den VW Transporter Typ 2 – eines der erfolgreichsten Nutzfahrzeuge der Welt.

VW 39: Der seltene Porsche-Käfer-Prototyp aus dem Jahr 1939
Der VW 39 gilt als einer der wichtigsten Vorläufer des späteren Volkswagen Käfers. Entwickelt von Porsche, wurden nur 14 Exemplare gebaut – dieses ist das einzige, das den Zweiten Weltkrieg überstanden hat. Der Prototyp war mit einem stärkeren Motor ausgestattet, der ursprünglich für den Porsche Typ 64 vorgesehen war.
Seine Existenz zeigt, wie eng die frühen Entwicklungen von Volkswagen und Porsche miteinander verbunden waren.

Jordan 191: Michael Schumachers Formel-1-Debüt
Mit dem Jordan 191 startete Michael Schumacher 1991 erstmals in der Formel 1. Sein Debüt in Spa-Francorchamps markierte den Beginn einer der erfolgreichsten Karrieren im Motorsport.
Trotz eines frühen technischen Defekts gilt das Fahrzeug heute als historischer Meilenstein der Formel 1.

Porsche Typ 356/2 Gmünd Coupé: Die ersten Schritte der Marke Porsche
Dieses Fahrzeug gehört zu den ersten jemals gebauten Porsche-Modellen. Produziert zwischen 1948 und 1950 im österreichischen Gmünd, entstand es in Handarbeit mit einer Aluminiumkarosserie.
Mit nur rund 52 gefertigten Exemplaren zählt die Gmünd-Serie zu den seltensten Porsche-Fahrzeugen überhaupt. Sie markiert den Beginn der Seriengeschichte der Marke.

BMW Tropen-Isetta Cabriolet: Mini-BMW für warme Märkte
Die BMW Isetta war entscheidend für das Überleben des Unternehmens in den 1950er-Jahren. Die Tropen-Cabriolet-Version ist jedoch extrem selten: Nur zwölf Exemplare wurden gebaut.
Sie wurde speziell für Exportmärkte wie Südafrika entwickelt und besitzt den größeren 295-ccm-Motor. Damit erreichte sie eine Höchstgeschwindigkeit von rund 88 km/h.

Goliath GP700 Sport: Frühe Innovation aus der deutschen Nachkriegszeit
Der Goliath GP700 Sport war seiner Zeit technisch voraus. Besonders bemerkenswert ist die frühe Bosch-Direkteinspritzung, die erst später im Mercedes 300 SL berühmt wurde.
Mit nur 26 gebauten Exemplaren und innovativer Technik gehört er zu den unterschätzten Pionieren der deutschen Automobilgeschichte.

Meyers Manx: Kalifornische Buggy-Ikone auf VW-Basis
Der Meyers Manx basiert auf dem VW Käfer und wurde 1967 in San Diego entwickelt. Sein leichtes Design machte ihn ideal für Strand- und Offroad-Fahrten.
Das im Museum gezeigte Exemplar gehört zu den frühen „Pre-Tag“-Versionen und steht für die Verbindung deutscher Technik mit amerikanischer Popkultur der 1960er-Jahre.

Porsche 911 Carrera RSR 3.0: Rennsport und ungewöhnliche Besitzgeschichte
Dieser Porsche wurde für die erste IROC-Rennserie gebaut und von internationalen Top-Fahrern eingesetzt. Besonders bekannt wurde er durch seine Verbindung zu Pablo Escobar, der das Fahrzeug später besaß.
Diese ungewöhnliche Geschichte verbindet Motorsport, Popkultur und Zeitgeschichte auf einzigartige Weise.

Porsche 356 1500 S Cabriolet Deluxe: Luxusversion für den US-Markt
Dank Importeur Max Hoffman wurde dieses Modell speziell für den amerikanischen Markt angepasst. Es erhielt einen stärkeren Motor und eine hochwertigere Innenausstattung.
Von dieser Variante wurden nur 394 Exemplare gebaut – ein typisches Beispiel für die frühe Exportstrategie von Porsche.
Fazit: Warum das Automuseum Prototyp Hamburg einzigartig ist
Das Automuseum Prototyp zeigt nicht einfach Autos, sondern technologische Entwicklungslinien. Jeder der gezeigten Wagen steht für einen Wendepunkt – sei es in der deutschen Industriegeschichte, im internationalen Motorsport oder im globalen Designverständnis.
Gerade die Kombination aus seltenen Prototypen und ikonischen Rennwagen macht die Sammlung zu einem der spannendsten Automobilorte Deutschlands.
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