Influencer auf Epsteins Insel lösen Konflikte aus – eine Person nackt und gefesselt gefunden
Influencer auf Epsteins Insel Little St. James haben den neuen Eigentümer Stephen Deckoff zu rechtlichen Schritten veranlasst. Der Milliardär kaufte die einst Jeffrey Epstein gehörenden Karibikinseln und plant ein Resort, doch unerwünschte Besucher filmen und landen weiterhin. Im April wurde Ann Rodriguez, die das Anwesen verwaltet, wegen Freiheitsberaubung und Körperverletzung festgenommen, nachdem Beamte einen Content-Creator gefesselt und völlig nackt auf einem Boot gefunden hatten. Für deutsche und europäische Leser bleibt der Fall relevant, weil der Epstein-Komplex hierzulande intensive mediale Aufmerksamkeit erfuhr und Fragen nach Transparenz, Rechenschaftspflicht und dem Umgang mit historischen Tatorten aufwirft.
Influencer auf Epsteins Insel: Hausfriedensbruch und gewaltsame Reaktionen
Stephen Deckoff erwarb Little St. James und Great St. James etwa ein Jahr nach dem Angebot der Erben für 125 Millionen US-Dollar und zahlte 60 Millionen US-Dollar. Einen Teil des Erlöses nutzten die Erben zur Entschädigung von Gläubigern, darunter Opfer und deren Anwälte. Deckoff und Epstein hatten sich nach Angaben seines Sprechers nie getroffen. Mehr als vier Jahre nach dem Kauf ist das angekündigte Weltklasse-Resort noch nicht gebaut. Laut dem Planungs- und Naturschutzministerium der Amerikanischen Jungferninseln beantragte Deckoff lediglich eine Baugenehmigung für ein Lagerhaus. Das tempelartige Gebäude, das Epstein blau-weiß gestreift bemalt und mit einer goldenen Kuppel versehen hatte, wurde neu gestrichen und verlor seine markanten Streifen.
Im vergangenen Jahr filmten sich Influencer beim Jetski-Fahren, Anlanden und Aufhängen von Plakaten, die die Trump-Regierung zur Freigabe von Epstein-Akten aufforderten. Gerichtsdokumente belegen, dass Deckoffs Angestellte mitunter gewaltsam auf Eindringlinge mit Kameras reagierten. Ein weiterer Eindringling berichtete in einem Podcast, Angestellte hätten ihn festgenommen und in das, was Rodriguez angeblich als „Verlies“ der Insel bezeichnete, gesperrt. Mitarbeiter zerstörten laut einem Vermietungsunternehmen zwei gemietete Jetskis. Ein Sprecher Deckoffs erklärte, die Anwesenheit der „Eindringlinge“ stelle eine Bedrohung für Bewohner und Mitarbeiter dar.
YouTuber sehen sich als Wahrheitssucher
Andrew Petersen, einer der von Deckoff des Hausfriedensbruchs beschuldigten YouTuber, nannte es absurd, dass er rechtliche Konsequenzen fürchten müsse, während das Justizministerium seiner Ansicht nach nicht gegen mögliche Mitwisser vorgehe. „Das Betreten von Privatgrundstücken ist illegal, und das haben wir definitiv getan. [Aber] die Frage ist: Was ist hier wichtiger?“ Die Gruppe habe weder Eigentum zerstören noch den Ruf schädigen wollen, sondern die Wahrheit über „eine der schrecklichsten Inseln der Menschheitsgeschichte“ herausfinden wollen. Petersen verglich den Resort-Plan mit dem Kauf eines Konzentrationslagers.
Am 17. August 2025 paddelten Petersen und fünf weitere Personen während eines Kategorie-5-Hurrikans mit Kajaks von St. Thomas nach Little St. James. Sie übernachteten auf der Insel, durchsuchten Zimmer, betrachteten eine Statue einer leidenden Frau und kritisierten leere Küchenschränke. Petersen sagte, er habe kein unterirdisches Tunnelsystem gefunden. Die Gruppe habe mit möglichen Haftstrafen gerechnet, dies aber für notwendig gehalten, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und für die Freigabe von Akten zu werben. Das Justizministerium hat inzwischen Millionen von Dokumenten im Zusammenhang mit Epstein veröffentlicht.
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Historischer Hintergrund der Insel und aktuelle Rechtslage
Epstein kaufte Little St. James 1998. Ghislaine Maxwell organisierte den Ausbau, inklusive Transport von Sand, Palmen und Möbeln. Epstein nutzte die Insel, um einflussreiche Gäste anzuziehen, und nannte sie „Little St. Jeff’s“. Virginia Giuffre schrieb in ihren Memoiren, der damalige Prinz Andrew habe dort Sex mit ihr gehabt; er schloss später eine Vereinbarung und bekannte sich nicht schuldig. Dokumente belegen Besuche oder Kontakte zu Sergey Brin, Reid Hoffman, Howard Lutnick und eine E-Mail von Elon Musk über einen Besuch zum „Feiern“; Musk bestritt später, dort gewesen zu sein. Keiner der Genannten wurde im Zusammenhang mit Epstein angeklagt.
Deckoff fordert über eine LLC Schadensersatz von den YouTubern. Diese reagierten nicht auf die Klagen. Die Influencer auf Epsteins Insel inszenieren sich als Kämpfer für Transparenz, während der Eigentümer den Schutz seines Privateigentums und seiner Mitarbeiter betont. Die Auseinandersetzung zeigt, wie stark das öffentliche Interesse an den Inseln anhält, obwohl der Resortbau stockt und die rechtlichen Auseinandersetzungen andauern.
Die Vorgänge auf Little St. James verdeutlichen die anhaltende Spannung zwischen dem Wunsch nach Aufklärung historischer Verbrechen und dem Schutz privaten Eigentums. Für europäische Beobachter bleibt der Fall ein Beispiel dafür, wie soziale Medien und unabhängige Content-Creator versuchen, Druck auf Institutionen auszuüben – und welche Konflikte daraus entstehen können.
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