Milo Yiannopoulos in den USA festgenommen: Trump-Unterstützer soll abgeschoben werden
Der britische Politkommentator Milo Yiannopoulos ist in den USA von der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) festgenommen worden. Nach Angaben des US-Heimatschutzministeriums wurde der 41-Jährige am Donnerstag am Louis Armstrong International Airport in New Orleans im Bundesstaat Louisiana in Gewahrsam genommen. Ihm wird vorgeworfen, seine Aufenthaltsgenehmigung überschritten zu haben. Nach Angaben der Behörde soll Yiannopoulos abgeschoben werden.
Milo Yiannopoulos festgenommen – ICE kündigt Abschiebung an
Ein Sprecher des US-Heimatschutzministeriums teilte mit, Yiannopoulos sei bereits am 22. Juli von einem Einwanderungsrichter endgültig zur Ausreise verpflichtet worden. Grundlage dafür sei unter anderem gewesen, dass er nicht zu seiner Anhörung erschienen sei.
Nach seiner Festnahme befindet sich Yiannopoulos nach Angaben der Behörde weiterhin in ICE-Gewahrsam. Wo genau er derzeit festgehalten wird, ist öffentlich nicht bekannt. Angehörige und Rechtsvertreter sollen sich für weitere Informationen an ein ICE-Büro in Alexandria, Louisiana, wenden.
Yiannopoulos war am 14. Mai 2019 über New York in die USA eingereist. Nach Darstellung der Behörden überschritt er anschließend die zulässige Aufenthaltsdauer.
Vom Trump-Unterstützer zum Ziel der Einwanderungsbehörde
Die Festnahme ist auch deshalb bemerkenswert, weil Yiannopoulos lange als lautstarker Unterstützer von Donald Trump auftrat. Noch im Juni 2025 hatte er öffentlich gefordert, Millionen Menschen aus den USA abzuschieben.
Nun ist er selbst von einer US-Einwanderungsmaßnahme betroffen. Das US-Heimatschutzministerium veröffentlichte im Zusammenhang mit seiner Festnahme ein Foto, das Yiannopoulos zeigen soll, und verband den Fall mit einer deutlichen Warnung an Menschen, die ihre Aufenthaltsdauer überschreiten.
Der Fall macht damit eine politische Ironie sichtbar: Ein Aktivist, der sich öffentlich für eine harte Einwanderungspolitik ausgesprochen hatte, steht nun selbst vor der Abschiebung aus den Vereinigten Staaten.
Streit mit Laura Loomer
Die Festnahme steht außerdem im Zusammenhang mit einem langjährigen öffentlichen Konflikt zwischen Yiannopoulos und der Trump-nahen Aktivistin Laura Loomer.
Loomer erklärte, sie habe die US-Einwanderungsbehörde und das FBI über Yiannopoulos informiert. Sie warf ihm unter anderem vor, sich illegal in den USA aufzuhalten und gegen Präsident Trump zu Gewalt aufgerufen zu haben. Diese Vorwürfe stammen von Loomer und sind nicht mit einer gerichtlichen Feststellung gleichzusetzen.
Yiannopoulos wiederum hatte Loomer bereits öffentlich angegriffen. Beide lieferten sich über Jahre hinweg heftige Auseinandersetzungen in sozialen Medien.
Ein umstrittener Aktivist mit wechselvoller Karriere
Yiannopoulos wurde vor allem durch provokante Auftritte im Internet und islamfeindliche Äußerungen bekannt. 2016 wurde sein Konto auf Twitter, der heutigen Plattform X, dauerhaft gesperrt. Nach der Übernahme des Unternehmens durch Elon Musk wurde der Account wiederhergestellt.
Später veröffentlichte Yiannopoulos erneut kontroverse Beiträge. Inzwischen ist er auch geschäftlich aktiv: In Los Angeles gründete er die Talentmanagement-Agentur Tarantula.
Zu den auf der Unternehmenswebsite genannten Klienten gehören unter anderem Donald Trump, der Musiker Ye, der verurteilte Betrüger Martin Shkreli und die Rapperin Azealia Banks.
Was jetzt passiert
Nach Angaben des US-Heimatschutzministeriums bleibt Yiannopoulos bis zu seiner Abschiebung in ICE-Gewahrsam. Ein konkreter Zeitpunkt für die Abschiebung wurde nicht genannt.
Der Fall zeigt zugleich, dass die US-Einwanderungsbehörden auch gegen prominente ausländische Persönlichkeiten vorgehen können, wenn deren Aufenthaltsstatus verletzt wurde. Für Yiannopoulos, der jahrelang eine besonders harte Linie bei Migration vertrat, bekommt diese Politik damit eine persönliche Dimension.
Ob er rechtlich noch gegen seine Abschiebung vorgeht oder wann er die USA verlassen muss, ist nach den vorliegenden Angaben offen.
Mehr zum Thema „Großbritannien„






