Mattéo Guendouzi sorgt nach Champions-League-Sieg in Lyon für Massenschlägerei
Mattéo Guendouzi ist nach Fenerbahçes Einzug in die Champions-League-Ligaphase ins Zentrum heftiger Ausschreitungen geraten. Nach dem 2:1-Sieg des türkischen Klubs bei Olympique Lyon kam es am Mittwochabend im Groupama Stadium zu einer Massenschlägerei zwischen Spielern und Mitgliedern beider Mannschaften. Guendouzi, der früher für Lyons Erzrivalen Olympique Marseille spielte, hatte die Heimfans zuvor mit Gesten provoziert. Später eskalierte die Situation am Spielertunnel; auch ein Zuschauer beziehungsweise Fan versuchte, den Franzosen anzugreifen.
Guendouzi provoziert die Lyon-Fans
Die Vorgeschichte begann bereits während der Partie. Guendouzi, der von 2021 bis 2023 für Olympique Marseille spielte, wurde von den Lyon-Anhängern lautstark ausgepfiffen. Der Mittelfeldspieler reagierte nach Berichten unter anderem mit dem Zeigen des Mittelfingers in Richtung der Zuschauer.
Nach dem Abpfiff setzte der 27-Jährige seine provokante Feier fort. Guendouzi zeigte vor den Lyon-Fans eine Geste, die mit dem aus Marseille stammenden Rapper Jul verbunden wird, und rief in Richtung einer Kamera „Allez l’OM“. Die Aktion traf einen besonders empfindlichen Punkt: Olympique Marseille und Olympique Lyon gehören zu den großen Rivalen des französischen Fußballs.
Fenerbahçe hatte das Rückspiel mit 2:1 gewonnen und sich damit nach einem 1:1 im Hinspiel mit 3:2 nach Hin- und Rückspiel für die Ligaphase der Champions League qualifiziert. Für Lyon bedeutete die Niederlage dagegen das Aus in der Qualifikation zur Königsklasse.
Mattéo Guendouzi Massenschlägerei nach dem Abpfiff
Die Provokationen ließen die Stimmung unmittelbar nach dem Spiel kippen. Aufnahmen zeigen, wie Lyon-Spieler auf Guendouzi zugingen und es zu einem Handgemenge kam. Fenerbahçe-Spieler eilten ihrem Teamkollegen zu Hilfe, wodurch sich die Auseinandersetzung ausweitete.
Besonders brisant wurde die Situation auf dem Weg zum Spielertunnel. Ein Lyon-Mitarbeiter versuchte laut Berichten, Guendouzi körperlich anzugreifen; anschließend gerieten weitere Mitglieder der Delegationen aneinander. Sicherheitskräfte mussten eingreifen, um die Beteiligten auseinanderzuhalten.
Auch ein Lyon-Fan soll anschließend in Richtung des Spielertunnels gelangt sein und Guendouzi attackiert haben. Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, wie Fenerbahçe-Spieler, darunter Torhüter Ederson, in die Auseinandersetzung eingreifen. Die genaue Abfolge einzelner Handlungen lässt sich anhand der bislang veröffentlichten Aufnahmen jedoch nicht in allen Details unabhängig feststellen.
Guendouzi verweist auf Beleidigungen
Guendouzi erklärte nach der Partie, er habe während des Spiels zahlreiche Beleidigungen von den Rängen gehört. Gegenüber der französischen Sportzeitung L’Équipe sagte er, auch seine Familie sei beleidigt worden. Seine Provokationen nach dem Schlusspfiff begründete er damit, auf die Atmosphäre während der Partie reagiert zu haben.
Damit stehen sich zwei Seiten gegenüber: Guendouzis bewusst provokante Gesten verschärften die ohnehin angespannte Stimmung, zugleich rechtfertigen Beleidigungen oder Provokationen selbstverständlich keinen körperlichen Angriff. Gerade deshalb dürften die Szenen nun auch für die zuständigen Fußballverbände relevant werden.
Champions-League-Qualifikation wird von Ausschreitungen überschattet
Sportlich hatte Fenerbahçe allen Grund zum Feiern. Der türkische Klub gewann in Lyon mit 2:1 und sicherte sich mit dem Gesamtergebnis von 3:2 den Einzug in die Ligaphase der Champions League. Lyon muss dagegen in der Europa League antreten.
Für den europäischen Fußball bleibt nach dem Spiel allerdings vor allem die Frage, wie es zu den chaotischen Szenen kommen konnte. Der Fall zeigt erneut, wie schnell sportliche Rivalität und gezielte Provokationen in Situationen umschlagen können, in denen Spieler, Betreuer und Zuschauer unmittelbar aufeinandertreffen.
Die größere Bedeutung
Guendouzis Verhalten hat die Auseinandersetzung zweifellos zusätzlich angeheizt. Die Verantwortung für die anschließenden körperlichen Angriffe lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Entscheidend wird sein, welche Konsequenzen die UEFA nach der Auswertung der verfügbaren Bilder und Berichte zieht.
Für Fenerbahçe bleibt der sportliche Erfolg: Der Klub hat nach 17 Jahren wieder die Ligaphase der Champions League erreicht. Überschattet wurde dieser Erfolg jedoch von Szenen, die mit dem eigentlichen Fußballspiel kaum noch etwas zu tun hatten.
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