Putin ändert Programm wegen CIA-Chef Ratcliffe in Moskau – Zweck des Besuchs bleibt geheim
Der überraschende Besuch von CIA-Direktor John Ratcliffe in Moskau sorgt für neue Spekulationen über mögliche Gespräche zwischen Washington und dem Kreml. Nach Angaben des Kreml-Pool-Journalisten Alexander Junaschew soll Präsident Wladimir Putin eine für Dienstag geplante Großveranstaltung mit mehreren Hundert Teilnehmern kurzfristig verschoben haben. Junaschew brachte die Änderung des Präsidentenprogramms mit der Ankunft Ratcliffes in Verbindung. Unabhängig davon bestätigten US-Medien, dass Ratcliffe am Dienstag zu Gesprächen nach Moskau gereist ist. Der genaue Zweck seiner Reise und seine Gesprächspartner sind weiterhin nicht bekannt.
CIA-Chef Ratcliffe Moskau: Was bislang bekannt ist
Ratcliffe reiste am Dienstag mit einer Boeing C-17 Globemaster III der US-Luftwaffe nach Moskau. Die Maschine war zuvor von der Joint Base Andrews bei Washington nach Riga geflogen und setzte ihre Reise von der lettischen Hauptstadt nach Russland fort. Flugtracking-Daten zeigten die Landung auf dem Moskauer Flughafen Wnukowo.
Der Besuch war nicht offiziell angekündigt. CBS News und Axios berichteten unter Berufung auf Quellen, Ratcliffe halte sich zu Gesprächen mit russischen Regierungsvertretern in Moskau auf. Weder die CIA noch der Kreml machten zunächst Angaben dazu, mit wem der US-Geheimdienstchef sprechen sollte oder welche Themen auf der Tagesordnung standen.
Auch Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte zunächst, er habe keine Informationen über das amerikanische Militärflugzeug. Nach seinen Angaben waren für diese Woche keine Treffen mit Vertretern der US-Regierung angekündigt.
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Putin soll Großveranstaltung verschoben haben
Besonders auffällig ist die Änderung im Terminkalender des russischen Präsidenten. Alexander Junaschew, der für einen Kreml-Pool arbeitet, berichtete, dass für Dienstag eine größere Veranstaltung mit mehreren Hundert Teilnehmern geplant gewesen sei.
Die Veranstaltung sei bereits einige Tage vor dem vorgesehenen Termin verschoben worden. Junaschew berief sich dabei auf Quellen, die ihm die Ankunft Ratcliffes in Moskau bestätigt hätten.
Damit ist allerdings nicht bewiesen, dass Putin persönlich wegen Ratcliffe alle geplanten Veranstaltungen abgesagt hat. Bestätigt ist lediglich, dass sich sein Arbeitsplan nach diesen Berichten geändert haben soll. Der Zusammenhang mit dem CIA-Besuch stammt aus einer journalistischen Quelle und wurde vom Kreml bislang nicht offiziell bestätigt.
USA sollen Kiew vorübergehende Zurückhaltung empfohlen haben
Parallel zum Besuch gibt es einen weiteren bemerkenswerten Bericht. Nach Angaben von Axios informierten die USA die Ukraine vorab darüber, dass eine hochrangige amerikanische Delegation nach Moskau reisen werde, und baten Kiew demnach, während des Aufenthalts von Angriffen abzusehen.
Die Financial Times berichtete darüber hinaus, Washington habe die Ukraine gebeten, bis zum 26. August keine Angriffe auf Moskau, St. Petersburg und weitere Regionen im Norden Russlands durchzuführen.
Diese Angaben sind politisch besonders interessant, weil sie zeitlich mit Ratcliffes Reise zusammenfallen. Sie bedeuten jedoch nicht automatisch, dass die USA einen dauerhaften Stopp ukrainischer Angriffe auf russisches Gebiet verlangen.
Warum ist der Besuch so ungewöhnlich?
Ratcliffe ist der erste CIA-Direktor seit William Burns im Jahr 2021, der nach Moskau reist. Burns war damals nach Russland gereist, während sich die russischen Streitkräfte an der Grenze zur Ukraine verstärkten. Sein Besuch fand wenige Monate vor dem Beginn der russischen Großinvasion statt.
Ratcliffes Reise fällt dagegen in eine völlig andere Situation. Der Krieg dauert weiterhin an, während gleichzeitig Washington und Moskau über mögliche diplomatische Wege aus dem Konflikt im Gespräch bleiben.
Gerade deshalb gibt es mehrere mögliche Erklärungen für den Besuch. Denkbar sind Gespräche über den Ukraine-Krieg, Geheimdienstinformationen, Sicherheitsfragen oder andere bilaterale Themen. Für keine dieser Möglichkeiten gibt es bislang eine offizielle Bestätigung.
Keine Klarheit über Gesprächspartner und Ergebnisse
Besonders auffällig ist, wie wenig über den Besuch bekannt ist. Selbst nachdem Ratcliffes Ankunft öffentlich wurde, blieben sowohl Washington als auch Moskau mit offiziellen Informationen zurückhaltend.
Auch über die Dauer des Aufenthalts gab es zunächst keine offizielle Mitteilung. Nach Angaben der New York Times zeigen Flugtracking-Daten, dass die amerikanische Maschine ungefähr acht Stunden in Moskau am Boden war.
Damit bleibt eine zentrale Frage offen: Hat Ratcliffe tatsächlich mit Wladimir Putin gesprochen oder traf er andere russische Regierungs- beziehungsweise Geheimdienstvertreter?
Was bedeutet der Besuch für den Ukraine-Krieg?
Sollte der CIA-Chef tatsächlich hochrangige Gespräche im Kreml oder mit russischen Sicherheitsvertretern geführt haben, wäre dies ein ungewöhnlich direkter Kontakt zwischen Washington und Moskau.
Der zeitgleiche Bericht über die amerikanische Bitte an Kiew, Angriffe während des Besuchs zu begrenzen, könnte darauf hindeuten, dass Washington eine Eskalation während der Gespräche vermeiden wollte. Mehr lässt sich daraus derzeit jedoch nicht sicher ableiten.
Für Deutschland und Europa ist die Entwicklung dennoch relevant. Jeder neue direkte Kommunikationskanal zwischen den USA und Russland könnte Auswirkungen auf mögliche Verhandlungen über den Ukraine-Krieg haben.
Fest steht bislang: John Ratcliffe war am 25. August in Moskau, eine US-Militärmaschine brachte ihn dorthin, und Berichten zufolge änderte Putin seinen Terminkalender. Was hinter dem Besuch tatsächlich steckt, bleibt vorerst geheim.
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