Migration Deutschland 2025: 1,48 Millionen kamen, 1,24 Millionen gingen
Im Jahr 2025 kamen rund 1,48 Millionen Menschen nach Deutschland, während etwa 1,24 Millionen Menschen das Land wieder verließen. Daraus ergibt sich eine Nettozuwanderung von rund 235.000 Menschen. Zusätzlich wurden nach Angaben der Bundesregierung 22.787 Ausländer aus Deutschland abgeschoben. Die Zahlen bieten damit einen umfassenderen Blick auf Migration: Neben den Zuzügen müssen auch die erheblichen Fortzüge und die Zahl der tatsächlichen Abschiebungen berücksichtigt werden.
Migration 2025: Zuwanderung und Abwanderung im Vergleich
Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen eine hohe Mobilität über die deutschen Grenzen. Insgesamt wurden 2025 1.479.944 Zuzüge aus dem Ausland registriert. Gleichzeitig zogen 1.244.944 Menschen aus Deutschland ins Ausland. Der Wanderungssaldo lag damit bei rund 235.000 Menschen.
Damit war die Nettozuwanderung deutlich kleiner als die Zahl der Menschen, die im Laufe des Jahres nach Deutschland kamen. Von den knapp 1,48 Millionen Zuzügen blieb nach Abzug der rund 1,24 Millionen Fortzüge ein Plus von etwa 235.000 Menschen.
Diese Unterscheidung ist für die Einordnung der deutschen Migrationszahlen entscheidend. Die Zahl von 1,48 Millionen beschreibt die Zuwanderung, während die Nettozuwanderung erst entsteht, wenn gleichzeitig stattfindende Abwanderung berücksichtigt wird.
Was hat sich unter Friedrich Merz verändert?
Friedrich Merz wurde am 6. Mai 2025 zum Bundeskanzler gewählt. Damit fällt nur ein Teil des Jahres 2025 in seine Amtszeit.
Deshalb wäre es statistisch nicht korrekt, die gesamte Migrationsbilanz des Jahres 2025 als Ergebnis der Politik der Bundesregierung unter Merz darzustellen. Die Jahreszahlen für Zuwanderung und Abwanderung umfassen auch die ersten Monate des Jahres, als noch die vorherige Bundesregierung im Amt war.
Die vollständigen Jahresdaten sind dennoch relevant, wenn die Entwicklung seit dem Regierungswechsel eingeordnet werden soll. Für einen exakten Vergleich „seit dem 6. Mai“ wären zeitlich entsprechend aufgeschlüsselte Wanderungsdaten erforderlich. Die Jahresstatistik allein erlaubt diese Trennung nicht.
22.787 Abschiebungen im Jahr 2025
Bei den Abschiebungen liegt eine andere Statistik vor. Nach Angaben der Bundesregierung wurden im gesamten Jahr 2025 22.787 Abschiebungen vollzogen.
Davon erfolgten 19.897 Abschiebungen auf dem Luftweg, 2.813 auf dem Landweg und 77 auf dem Seeweg. Insgesamt wurden 1.593 Abschiebungen während beziehungsweise nach der Übergabe an die Bundespolizei abgebrochen.
Die Zahl der Abschiebungen darf allerdings nicht mit der gesamten Zahl der Menschen gleichgesetzt werden, die Deutschland verlassen haben. Von den rund 1,24 Millionen Fortzügen im Jahr 2025 entfällt nur ein kleiner Teil auf formelle Abschiebungen.
Der überwiegende Teil der Fortzüge wird von der Wanderungsstatistik unabhängig davon erfasst, ob Menschen freiwillig, nach Ablauf eines Aufenthalts oder aus anderen Gründen ins Ausland ziehen. Abschiebungen sind dagegen staatlich durchgesetzte Rückführungen.
Ein wichtiger Unterschied: Fortzug und Abschiebung
Gerade in der politischen Debatte werden diese Begriffe häufig miteinander vermischt. Ein Fortzug bedeutet zunächst, dass eine Person Deutschland ins Ausland verlässt und dies statistisch erfasst wird.
Eine Abschiebung ist dagegen eine staatliche Maßnahme zur zwangsweisen Durchsetzung der Ausreisepflicht. Die beiden Zahlen beschreiben daher unterschiedliche Vorgänge.
Das Verhältnis zwischen beiden Größen macht die Dimension deutlich: 2025 zogen rund 1,24 Millionen Menschen aus Deutschland ins Ausland, während 22.787 Menschen abgeschoben wurden.
Gleichzeitig waren Ende 2025 nach Angaben der Bundesregierung 232.067 ausländische Staatsangehörige ausreisepflichtig. Ausreisepflicht bedeutet jedoch nicht automatisch, dass eine Abschiebung unmittelbar durchgeführt werden kann.
Migration Deutschland 2025: Warum die Zahlen politisch relevant sind
Die Migrationsbilanz ist für Deutschland aus mehreren Gründen wichtig. Zuwanderung beeinflusst die Bevölkerungsentwicklung, den Arbeitsmarkt und die Nachfrage nach Wohnraum, Bildung und öffentlichen Dienstleistungen.
Auch die Abwanderung spielt eine Rolle. Deutschland verliert jedes Jahr eine erhebliche Zahl von Menschen, die dauerhaft oder zumindest für einen längeren Zeitraum ins Ausland ziehen. Darunter können deutsche Staatsangehörige ebenso sein wie ausländische Staatsangehörige.
Für die politische Bewertung reicht deshalb weder die Zahl der Zuwanderer noch die Zahl der Abschiebungen allein aus. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Zuzügen, Fortzügen, Aufenthaltsstatus, Erwerbstätigkeit und der Frage, wie viele Menschen langfristig in Deutschland bleiben.
Was die Zahlen über die Entwicklung unter Merz aussagen – und was nicht
Die Bilanz für 2025 zeigt eine positive Nettozuwanderung von rund 235.000 Menschen. Sie beweist jedoch nicht, dass dieser Wert unmittelbar auf die Migrationspolitik der Regierung Merz zurückzuführen ist.
Merz übernahm das Amt erst am 6. Mai. Die Jahresstatistik umfasst daher mehrere Monate vor seinem Amtsantritt. Wer die Wirkung seiner Regierung beurteilen möchte, muss die folgenden vollständigen Jahresdaten mit 2025 und insbesondere mit den Jahren vor dem Regierungswechsel vergleichen.
Bei den Abschiebungen lässt sich dagegen zumindest erkennen, wie viele Rückführungen im gesamten Jahr 2025 tatsächlich vollzogen wurden: 22.787.
Damit ergibt sich ein differenziertes Bild der Migration im Jahr 2025: 1,48 Millionen Menschen kamen nach Deutschland, 1,24 Millionen gingen, rund 235.000 blieben rechnerisch als positiver Wanderungssaldo – und 22.787 Menschen wurden abgeschoben.
Diese Zahlen sollten getrennt voneinander betrachtet werden. Erst zusammen zeigen sie, wie umfangreich und zugleich komplex die Wanderungsbewegungen nach und aus Deutschland tatsächlich waren.
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