Trump droht Oman erneut mit Bombardierung – Streit um Straße von Hormus verschärft sich
US-Präsident Donald Trump hat Oman erneut mit einem militärischen Angriff gedroht, falls das Land nach seiner Darstellung einer Einigung zwischen den USA und Iran im Weg stehen sollte. Hintergrund sind festgefahrene Verhandlungen über den Konflikt und die Zukunft der strategisch wichtigen Straße von Hormus. Oman vermittelt derzeit zwischen den USA und Iran, während Teheran direkte Gespräche mit Washington ablehnt. Für Europa ist die Entwicklung besonders relevant, weil die Meerenge eine zentrale Route für den weltweiten Energiehandel ist und die Krise bereits zu höheren Ölpreisen geführt hat.
Trump Oman Bombardierung: Was hat der US-Präsident gesagt?
Trump äußerte die Drohung am Montag in einem Interview mit dem US-Sender Fox News. Sollte Oman die Gespräche zwischen Washington und Teheran behindern, werde die Regierung des Landes nach seinen Worten militärisch vorgehen.
Trump erklärte zugleich, Iran müsse kapitulieren. Außerdem behauptete er, seine Regierung habe einen direkten, wenn auch inoffiziellen Kommunikationskanal zu den iranischen Revolutionsgarden aufgebaut.
Diese Darstellung wurde von iranischer Seite zurückgewiesen. Ein Sprecher der Revolutionsgarden erklärte gegenüber der halbstaatlichen Nachrichtenagentur Tasnim, es gebe keine Gespräche zwischen Vertretern der Organisation und den USA.
Die Drohung gegen Oman ist deshalb besonders ungewöhnlich, weil das Land ein langjähriger Partner der Vereinigten Staaten ist und sich im Konflikt zwischen Washington und Teheran als neutraler Vermittler positioniert hat.
Warum ist Oman für den Streit um Hormus so wichtig?
Oman liegt unmittelbar an der Straße von Hormus und unterhält enge Beziehungen sowohl zu den USA als auch zum Iran. Seit Beginn des Konflikts hat das Land versucht, zwischen den beiden Seiten zu vermitteln.
Derzeit verhandelt Oman direkt mit Iran über einen Mechanismus für die Schifffahrt durch die Meerenge. Teheran hatte zuvor erklärt, nicht unmittelbar mit Washington verhandeln zu wollen. Eine Einigung zwischen Iran und Oman könnte deshalb die Grundlage für eine spätere Wiederaufnahme der US-Iran-Gespräche schaffen.
Nach Angaben des iranischen Außenministeriumssprechers Esmaeil Baghaei soll der geplante Mechanismus sowohl die Souveränitätsrechte Irans und Omans berücksichtigen als auch die sichere Durchfahrt von Handelsschiffen ermöglichen.
Genau darin liegt ein Konflikt mit Washington. Die USA verlangen nach der vorliegenden Darstellung, dass Iran seine Kontrolle über die Straße von Hormus aufgibt. Ein Abkommen zwischen Iran und Oman könnte dagegen die Rolle der beiden Anrainerstaaten bei der Regelung des Schiffsverkehrs festigen.
Für Trump wäre eine solche Vereinbarung zudem problematisch, weil sie ohne direkte Beteiligung der USA zustande käme. Die Golf-Expertin Laleh Khalili von der University of Exeter wertete dies gegenüber Al Jazeera als mögliches Zeichen für einen Verlust amerikanischen Einflusses.
Trump hatte Oman bereits mit Bombardierung im Mai gedroht
Die jüngste Äußerung ist keine einmalige Entgleisung. Trump hatte Oman bereits am 27. Mai mit einem Angriff gedroht.
Damals wurde er bei einer Kabinettssitzung gefragt, ob er eine gemeinsame Kontrolle der Straße von Hormus durch Iran und Oman akzeptieren würde. Trump erklärte daraufhin, niemand werde die Meerenge kontrollieren. Oman werde sich aus seiner Sicht entsprechend verhalten müssen, andernfalls müsse es „in die Luft gejagt“ werden.
Zunächst wurde spekuliert, Trump könne sich bei dieser Aussage versprochen und eigentlich Iran gemeint haben. Später veröffentlichte das US-Außenministerium jedoch ein Transkript, das eindeutig Oman als Bezugspunkt der Äußerung auswies.
Die erneute Drohung zeigt daher, dass der Streit um Hormus für die US-Regierung zu einem eigenständigen Konfliktpunkt geworden ist.
Straße von Hormus ist entscheidend für den Ölhandel
Die Bedeutung der Meerenge reicht weit über die Region hinaus. Vor Beginn des aktuellen Krieges wurden nach den vorliegenden Angaben etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggaslieferungen durch die Straße von Hormus transportiert. Rund 130 Schiffe passierten die Meerenge täglich.
Iran schränkte den Schiffsverkehr nach Beginn des Konflikts stark ein und ließ zunächst nur ausgewählte Schiffe passieren. Gleichzeitig errichteten die USA eine Blockade iranischer Häfen in und um die Straße.
Die Folgen waren weltweit zu spüren.
Der Preis für Brent-Rohöl, die internationale Referenzsorte, lag vor Beginn des Konflikts bei etwa 66 US-Dollar je Barrel. Im Verlauf des Krieges stieg er zeitweise über 100 Dollar und erreichte im März sogar 119 Dollar.
Am Dienstag notierte Brent laut den vorliegenden Angaben bei 91,22 Dollar je Barrel. Eine weitere Eskalation könnte damit erneut erhebliche Auswirkungen auf Energiepreise, Transportkosten und letztlich auch Verbraucher in Deutschland haben.
Was will Trump mit der Straße von Hormus erreichen?
Der Streit dreht sich nicht allein um die Frage, wer Schiffe passieren lässt. Auch mögliche Gebühren für die Durchfahrt sind umstritten.
US-Außenminister Marco Rubio erklärte Ende Juli, Iran dürfe keine Mautgebühren von Schiffen verlangen, die die Meerenge passieren. Trump hatte ebenfalls erklärt, es solle keine solchen Gebühren geben – außer wenn sie von den USA erhoben würden.
Parallel dazu ging Trump noch weiter. Am 14. August erklärte er vor Anhängern in New York, er plane, die Straße von Hormus nach einem Sieg über Iran zum US-Territorium zu erklären.
Iran wies diese Vorstellung entschieden zurück. Der stellvertretende Außenminister Kazem Gharibabadi erklärte, die Straße könne weder durch eine politische Erklärung noch durch militärische Macht zu amerikanischem Territorium werden.
Damit prallen zwei grundsätzlich unterschiedliche Vorstellungen aufeinander: Washington beansprucht eine entscheidende Rolle bei der Sicherung einer global wichtigen Handelsroute, während Iran und Oman ihre Position als Anrainerstaaten und deren Souveränitätsrechte betonen.
Trump Oman Bombardierung: Droht tatsächlich ein Angriff auf Oman?
Eine konkrete militärische Vorbereitung der USA gegen Oman geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor. Trumps Äußerungen sind jedoch wegen der besonderen Beziehung zwischen Washington und Maskat bemerkenswert.
Oman und die USA unterhalten seit Jahrzehnten enge Sicherheits- und Wirtschaftsbeziehungen. Beide Länder haben unter anderem Abkommen in den Bereichen Sicherheit, Handel sowie Wissenschaft und Technologie geschlossen.
Gleichzeitig wurde Oman im Verlauf des Konflikts selbst von iranischen Angriffen betroffen. Das Land befindet sich damit zwischen zwei Seiten, zu denen es enge, aber unterschiedliche Beziehungen unterhält.
Für die weitere Entwicklung wird deshalb entscheidend sein, ob Iran und Oman ihre angekündigte Vereinbarung tatsächlich abschließen. Sollte der Mechanismus für die Straße von Hormus zustande kommen, könnte er einen Weg für die Wiederaufnahme diplomatischer Gespräche zwischen Washington und Teheran eröffnen – oder den Konflikt mit der US-Regierung zunächst weiter verschärfen.
Für Deutschland und Europa steht dabei mehr auf dem Spiel als ein regionaler Streit. Eine dauerhafte Störung der Straße von Hormus würde eine der wichtigsten Energieadern der Weltwirtschaft treffen. Jede neue Eskalation könnte deshalb über Ölpreise, Schifffahrt und Lieferketten unmittelbar bis nach Europa wirken.
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