USS Benfold vier Tage ohne Strom: US-Zerstörer verliert zentrale Bordfunktionen
Der US-Lenkwaffenzerstörer USS Benfold war im Juli vier Tage lang ohne reguläre Stromversorgung und konnte sich dadurch zeitweise nicht aus eigener Kraft bewegen. Nach Angaben der US Navy fielen infolge eines technischen Problems an den Generatoren unter anderem Toiletten, Küche, Klimaanlage und Teile der Trinkwasserversorgung aus. Die Besatzung befand sich währenddessen im heißen Südchinesischen Meer. Andere US-Kriegsschiffe unterstützten den Zerstörer, bevor er zur Reparatur in die Subic-Bucht auf den Philippinen geschleppt wurde.
USS Benfold Stromausfall legt wichtige Systeme lahm
Der Vorfall ereignete sich am 24. Juli. Nach Angaben von Commander Matthew Comer, Sprecher der 7. US-Flotte, handelte es sich um einen technischen Ausfall im Zusammenhang mit den Generatoren des Schiffes.
Die Folgen gingen weit über den Verlust des Antriebs hinaus. Die Stromversorgung war so stark beeinträchtigt, dass die Besatzung ohne reguläre Küchenversorgung, Toiletten und Klimaanlage auskommen musste. Auch Teile der Trinkwasserversorgung waren betroffen.
Gerade die ausgefallene Klimaanlage stellte unter den Bedingungen im Südchinesischen Meer eine erhebliche Belastung für die Besatzung dar. Der fast 10.000 Tonnen schwere Zerstörer war zudem nicht mehr in der Lage, sich vollständig eigenständig zu bewegen.
Andere Schiffe des US-Verbandes leisteten Unterstützung. Nach Angaben der US Navy stellte unter anderem ein weiteres Kriegsschiff Verpflegung für die Besatzung bereit. Verletzte habe es bei dem Zwischenfall nicht gegeben.
Zerstörer wird in die Subic-Bucht geschleppt
Nachdem der Ausfall nicht kurzfristig behoben werden konnte, wurde die USS Benfold am 28. Juli in Richtung Subic-Bucht auf den Philippinen geschleppt. Dort wurden Reparaturen durchgeführt.
Die Stromversorgung konnte nach Angaben der US Navy zwei Tage nach dem Eintreffen wiederhergestellt werden. Die Reparaturen waren am 8. August abgeschlossen, anschließend nahm das Schiff seinen Dienst wieder auf.
Die genaue Ursache des technischen Problems ist weiterhin Gegenstand einer Untersuchung. Die US Navy bezeichnete den Vorfall als einen technischen beziehungsweise maschinenbezogenen Ausfall an den Generatoren.
Zweiter größerer Stromausfall bei USS Benfold
Besondere Aufmerksamkeit erhält der Vorfall, weil es sich nach aktuellen Berichten bereits um den zweiten größeren Stromausfall auf einem US-Zerstörer im Verantwortungsbereich des US-Pazifikkommandos in diesem Jahr handelt. Damit geht es nicht mehr ausschließlich um die Unannehmlichkeiten für die Besatzung der USS Benfold, sondern auch um die Frage der technischen Einsatzbereitschaft der US-Flotte.
Die USS Benfold gehört zur Arleigh-Burke-Klasse und ist als Lenkwaffenzerstörer für unterschiedliche Aufgaben ausgelegt. Dazu zählen unter anderem die Luft- und Raketenabwehr sowie der Schutz größerer Verbände.
Ein Stromausfall bedeutet bei einem solchen Kriegsschiff deshalb mehr als den Ausfall von Komforteinrichtungen. Fällt die Energieversorgung der zentralen Systeme aus, können Antrieb, Kommunikation, Sensorik und weitere für den Einsatz wichtige Funktionen beeinträchtigt werden. Im Fall der USS Benfold führte der Ausfall nach Angaben der US Navy dazu, dass das Schiff nicht mehr selbstständig manövrieren konnte.
Warum der Vorfall für die US-Marine relevant ist
Der Zeitpunkt und der Ort des Zwischenfalls machen den Ausfall zusätzlich bemerkenswert. Das Südchinesische Meer gehört zu den strategisch wichtigsten Regionen des Indopazifik. Dort operieren regelmäßig US-Kriegsschiffe, während die Vereinigten Staaten zugleich ihre militärische Präsenz in der Region aufrechterhalten.
Ein technischer Defekt an einem einzelnen Schiff bedeutet nicht automatisch ein grundsätzliches Problem für die Einsatzbereitschaft der US Navy. Dennoch können wiederholte Ausfälle bei längeren Einsätzen die verfügbare Zahl einsatzfähiger Schiffe reduzieren und zusätzliche Belastungen für andere Einheiten verursachen.
Der Fall der USS Benfold zeigt zudem eine wenig beachtete Seite moderner Kriegsschiffe: Selbst hochgerüstete Zerstörer sind auf komplexe technische Systeme angewiesen. Wenn zentrale Komponenten der Energieversorgung ausfallen, können innerhalb kurzer Zeit nicht nur militärische Systeme, sondern auch grundlegende Einrichtungen für die Besatzung betroffen sein.
Für Deutschland und Europa ist die Entwicklung vor allem mit Blick auf die strategische Rolle der USA relevant. Die US Navy ist ein zentraler Bestandteil der westlichen Sicherheitsarchitektur. Technische Verfügbarkeit und Wartungszustand ihrer Schiffe beeinflussen damit auch die Fähigkeit der Vereinigten Staaten, gleichzeitig in mehreren Regionen militärisch präsent zu sein.
USS Benfold Stromausfall: Untersuchung soll Ursache des Ausfalls klären
Die USS Benfold ist inzwischen repariert und wieder im Einsatz. Damit ist die unmittelbare Krise beendet.
Offen bleibt jedoch, warum die Generatoren ausfielen und ob daraus Konsequenzen für Wartung oder Einsatzplanung gezogen werden. Die Untersuchung der US Navy soll klären, was den mehrtägigen Stromausfall verursacht hat.
Der Vorfall zeigt damit zweierlei: Die Besatzung konnte trotz des Ausfalls ohne Verletzte durch die schwierige Situation gebracht werden. Gleichzeitig machte der technische Defekt deutlich, wie schnell ein Problem in der Energieversorgung eines modernen Kriegsschiffs zentrale Funktionen lahmlegen kann.
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