Trump attackiert CNN-Journalistin: „Seien Sie still, Sie sind eine Fake-Reporterin“
US-Präsident Donald Trump hat die CNN-Journalistin Kristen Holmes während einer Pressekonferenz im Weißen Haus scharf angegriffen. Als die Reporterin ihm eine weitere Frage stellen wollte, unterbrach Trump sie und bezeichnete sie als „laute“ und „respektlose“ Journalistin, die Falschinformationen verbreite.
Holmes hatte den Präsidenten zunächst zu einer Äußerung des demokratischen Senators Jon Ossoff befragt. Als sie anschließend eine weitere Frage stellen wollte, reagierte Trump deutlich schärfer.
„Sie sind eine laute, aufbrausende Person. Seien Sie still. Sie sind eine Fake-Reporterin und verbreiten falsche Informationen.“
Die Journalistin gehört zum White-House-Pressekorps von CNN und berichtete aus dem Oval Office.
Trump wirft CNN falsche Berichterstattung vor
Trump kritisierte zugleich die Berichterstattung des Senders. Unter anderem warf er CNN vor, über einen angeblichen Mangel an Lebensmitteln an Bord der USS Abraham Lincoln berichtet zu haben. Diese Darstellung sei falsch, erklärte der Präsident. Auf dem US-Flugzeugträger sei alles in Ordnung.
Die Konfrontation entwickelte sich damit erneut zu einem öffentlichen Streit zwischen Trump und einem großen US-Nachrichtensender. Der Präsident hat CNN in der Vergangenheit wiederholt vorgeworfen, negativ und seiner Ansicht nach unfair über seine Regierung zu berichten.
Weißes Haus greift Journalistin ebenfalls an
Auch das Weiße Haus verschärfte den Ton nach dem Vorfall. Über den offiziellen politischen Kommunikationskanal Rapid Response 47 wurde ein Video des Wortwechsels veröffentlicht. In einem begleitenden Beitrag wurde Holmes persönlich angegriffen und ihr vorgeworfen, ihrem Beruf Schande zu machen.
Besonders scharf war die Aussage, ihre eigenen Kinder würden sich eines Tages für die Äußerungen ihrer Mutter schämen. Damit verlagerte sich die Auseinandersetzung von der journalistischen Frage auf einen persönlichen Angriff.
CNN stellt sich hinter Kristen Holmes
CNN verteidigte seine Journalistin. Der Sender erklärte, Holmes habe lediglich ihre journalistische Aufgabe erfüllt und dem Präsidenten eine schwierige, wichtige und aktuelle Frage im Interesse der Öffentlichkeit gestellt.
Politische Amtsträger hätten selbstverständlich das Recht, Journalisten zu widersprechen und ihre Berichterstattung zu kritisieren. Persönliche Angriffe auf Journalisten wegen kritischer Fragen seien jedoch nicht mit der Würde des Präsidentenamtes und den Grundsätzen der Pressefreiheit vereinbar, erklärte der Sender.
Der Vorfall dürfte damit die ohnehin angespannte Beziehung zwischen Trump und kritischen Medien weiter verschärfen.
Trump attackiert CNN-Journalistin: Angriff auf Pressefreiheit?
Der öffentliche Streit zwischen Donald Trump und der CNN-Journalistin Kristen Holmes wirft erneut Fragen zum Verhältnis zwischen politischer Macht, Meinungsfreiheit und Pressefreiheit in den USA auf. Journalisten haben die Aufgabe, Regierungsvertreter kritisch zu hinterfragen – auch wenn ihre Fragen unbequem sind.
Trump wiederum hat das Recht, Berichterstattung zu kritisieren und Vorwürfe gegen Medien zurückzuweisen. Problematisch wird es jedoch, wenn aus der politischen Auseinandersetzung persönliche Angriffe werden. Der Vorfall zeigt damit einmal mehr, wie angespannt das Verhältnis zwischen dem US-Präsidenten und Teilen der amerikanischen Medienlandschaft ist und welche Bedeutung der Schutz einer freien und unabhängigen Presse für eine demokratische Gesellschaft hat.
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