Trump will Straße von Hormus zu US-Territorium erklären
US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die strategisch wichtige Straße von Hormus künftig als amerikanisches Territorium bezeichnen zu wollen. In einem am Freitag bekannt gewordenen Interview sagte Trump, er werde dies „in Kürze“ verkünden und Iran zugleich schweren wirtschaftlichen Schaden zufügen. Die Äußerung fällt in eine Phase wachsender Spannungen: Washington hält an der Seeblockade iranischer Häfen fest und bereitet nach Angaben von US-Finanzminister Scott Bessent weitere Sanktionen vor. Für Deutschland und Europa ist die Entwicklung wegen der Bedeutung der Meerenge für den internationalen Energiehandel von besonderem Gewicht.
Trump verschärft den Streit um die Straße von Hormus
Trump erklärte, die USA hätten die Kontrolle über die Straße von Hormus und würden diese behalten. Nun stellte er darüber hinaus eine Erklärung der Meerenge zu US-Territorium in Aussicht. Nach vorliegenden Berichten nannte der Präsident dabei keine Einzelheiten dazu, wie eine solche Maßnahme rechtlich oder praktisch umgesetzt werden soll.
Die Straße von Hormus ist eine internationale Schifffahrtsroute zwischen Iran und Oman und verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und dem Arabischen Meer. Ihre Bedeutung reicht weit über die unmittelbare Konfliktregion hinaus, weil über die Meerenge große Mengen an Energierohstoffen transportiert werden.
Derzeit ist der Schiffsverkehr bereits deutlich beeinträchtigt. Nach Reuters-Daten passierten am Donnerstag neun Rohstofftransporter die Meerenge, nachdem es am Vortag fünf gewesen waren. Der August-Durchschnitt liegt demnach bei zwölf Schiffen pro Tag.
Neue Sanktionen gegen Iran angekündigt
Parallel zur militärischen Blockade bereitet Washington eine weitere Verschärfung des wirtschaftlichen Drucks vor. Finanzminister Scott Bessent kündigte an, dass die US-Regierung in der kommenden Woche Maßnahmen vorstellen werde, die eine bislang beispiellose wirtschaftliche Isolation Irans bewirken sollen.
Bessent beschrieb den Ansatz als Kombination aus wirtschaftlicher Isolation und der fortgesetzten Blockade der Straße von Hormus. Ziel sei es, den Druck auf Teheran deutlich zu erhöhen. Einzelheiten zu den geplanten Sanktionen nannte der Finanzminister zunächst nicht.
Damit setzt die Trump-Regierung auf zwei Instrumente gleichzeitig: Die Seeblockade soll den Warenverkehr über iranische Häfen einschränken, während neue Finanz- und Handelssanktionen die wirtschaftlichen Möglichkeiten Teherans weiter beschneiden sollen.
Die Ankündigung kommt nach einer Phase, in der Washington seine Strategie gegenüber Iran wieder stärker auf wirtschaftlichen Druck ausrichtet. Gleichzeitig sind die diplomatischen Bemühungen um eine Lösung des Konflikts ins Stocken geraten.
Die entscheidende Frage ist das Völkerrecht
Trumps angekündigte Erklärung wäre zudem nicht mit einer gewöhnlichen politischen Stellungnahme gleichzusetzen. Die Straße von Hormus ist kein US-Gebiet, und die vorliegenden Berichte enthalten keine Angaben darüber, auf welcher rechtlichen Grundlage Washington die Meerenge zu amerikanischem Territorium erklären könnte.
Gerade deshalb sollte zwischen Trumps politischer Ankündigung und einer tatsächlichen Änderung des völkerrechtlichen Status unterschieden werden. Zum jetzigen Zeitpunkt ist lediglich bestätigt, dass der US-Präsident eine entsprechende Erklärung angekündigt hat. Wie andere Staaten darauf reagieren würden und welche praktischen Konsequenzen daraus entstehen könnten, ist offen.
Wirtschaftlicher Druck statt schneller Lösung
Die Kombination aus Blockade und neuen Sanktionen deutet darauf hin, dass Washington den wirtschaftlichen Druck auf Teheran weiter verstärken will. Bessents Ankündigung zeigt, dass die USA dabei nicht nur bereits bestehende Maßnahmen verschärfen, sondern ein neues Niveau wirtschaftlicher Isolation anstreben.
Gleichzeitig bleibt offen, ob dieser Druck zu einer politischen Einigung führt. Die Straße von Hormus ist dabei nicht nur ein Schauplatz des Konflikts, sondern selbst ein entscheidender Verhandlungsgegenstand. Solange ihre Öffnung und die Bedingungen für die internationale Schifffahrt ungeklärt bleiben, dürfte die Unsicherheit an den Energie- und Transportmärkten anhalten.
Für Europa und Deutschland wird deshalb vor allem die weitere Entwicklung des Schiffsverkehrs zu beobachten sein. Eine dauerhafte Behinderung der Route hätte Folgen, die weit über den Konflikt zwischen Washington und Teheran hinausreichen könnten.
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