Falscher Polizist in Polen fordert 90.000 Złoty von 81-Jähriger
Eine 81-jährige Frau aus der Gemeinde Nowy Wiśnicz in Kleinpolen hat einen Telefonbetrug vereitelt, bei dem sie um 90.000 Złoty gebracht werden sollte. Ein Mann gab sich als Polizist aus und behauptete, der Enkel der Seniorin habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht. Nur eine hohe Zahlung könne angeblich verhindern, dass der Angehörige strafrechtlich verfolgt werde. Die Frau durchschaute die Masche, beendete das Gespräch und übergab kein Geld.
Falscher Polizist Polen: Betrüger setzt auf Angst um den Enkel
Der Vorfall ereignete sich am Donnerstag, dem 6. August, im Bezirk Bochnia. Nach Angaben der Polizei von Kleinpolen erhielt die 81-Jährige einen Anruf von einem Mann, der sich als Polizeibeamter ausgab.
Der Anrufer behauptete, gegen den Enkel der Frau zu ermitteln. Dieser habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht, bei dem eine schwangere Frau schwer verletzt worden sei.
Anschließend präsentierte der Betrüger die eigentliche Forderung: 90.000 PLN sollten gezahlt werden, damit der Enkel einer Strafverfolgung und möglicherweise einer Gefängnisstrafe entgehe.
Die Seniorin ließ sich davon jedoch nicht unter Druck setzen. Sie erkannte nach Angaben der Polizei, dass es sich um einen Betrugsversuch handelte, legte auf und übergab weder Bargeld noch andere Wertgegenstände.
Die Polizei von Kleinpolen veröffentlichte den Fall am Freitag, dem 7. August, und nahm ihn zum Anlass, erneut vor dieser Betrugsform zu warnen.
So funktioniert die Masche
Der sogenannte Enkeltrick und die Variante mit einem falschen Polizisten funktionieren vor allem über Zeitdruck und emotionale Manipulation. Die Täter präsentieren eine angebliche Notsituation und versuchen, ihr Opfer daran zu hindern, die Geschichte in Ruhe zu überprüfen.
In diesem Fall kombinierte der Anrufer zwei Elemente: die Sorge um einen Angehörigen und die Autorität eines vermeintlichen Polizeibeamten. Die Behauptung eines schweren Unfalls sollte die Seniorin davon überzeugen, dass sofort gehandelt werden müsse.
Genau diese Dringlichkeit ist ein wichtiges Warnsignal. Wer am Telefon unerwartet zur Überweisung großer Geldbeträge aufgefordert wird, sollte das Gespräch beenden und die Geschichte unabhängig überprüfen.
Polizei fordert niemals Geld
Die polnischen Behörden betonen, dass echte Polizeibeamte keine Geldzahlungen verlangen, um eine angebliche Strafverfolgung zu verhindern. Auch Fragen nach Ersparnissen oder der Aufforderung, Bargeld an unbekannte Personen zu übergeben, sollten misstrauisch machen.
Wer einen solchen Anruf erhält, sollte sich nicht auf die vom Anrufer genannte Telefonnummer oder weitere angebliche Kontaktpersonen verlassen. Stattdessen sollte die betreffende Person über eine bekannte Telefonnummer selbst kontaktiert werden.
Was Betroffene tun sollten
Bei einem verdächtigen Anruf empfiehlt die Polizei, zunächst Ruhe zu bewahren und keine persönlichen Informationen preiszugeben. Auch Kontodaten, Passwörter, Zugangscodes und Informationen über vorhandenes Bargeld sollten niemals an unbekannte Anrufer weitergegeben werden.
Besonders wichtig ist es, sich nicht durch Drohungen oder Zeitdruck zu einer schnellen Entscheidung bewegen zu lassen. Ein angeblicher Unfall eines Familienmitglieds lässt sich in der Regel durch einen eigenen Anruf beim Angehörigen überprüfen.
Wurde bereits Geld überwiesen oder wurden persönliche Daten weitergegeben, sollte der Vorfall unverzüglich der Polizei gemeldet werden. In Polen kann in akuten Fällen die Notrufnummer 112 gewählt werden.
Fazit
Der Fall aus Kleinpolen endet glimpflich: Die 81-Jährige verlor ihre Ersparnisse nicht. Für die Polizei ist er dennoch ein weiterer Hinweis darauf, dass Betrüger gezielt die Angst älterer Menschen um ihre Familien ausnutzen. Entscheidend ist deshalb nicht, eine besonders komplizierte Betrugsmasche zu erkennen, sondern im entscheidenden Moment innezuhalten, aufzulegen und die Angaben selbst zu überprüfen.
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