Großbritannien sammelt innerhalb eines Jahres fast 15.000 Waffen über Abgabebehälter ein
Großbritannien hat nach Angaben der Regierung innerhalb eines Jahres nahezu 15.000 Waffen und Messer über speziell eingerichtete Waffenabgabebehälter eingesammelt. Das Programm soll dazu beitragen, gefährliche Gegenstände aus dem öffentlichen Raum zu entfernen und die Messerkriminalität einzudämmen. Für Deutschland ist die Entwicklung von Interesse, da auch hier regelmäßig über Maßnahmen zur Bekämpfung von Messergewalt und über Präventionskonzepte diskutiert wird. Das britische Modell zeigt, wie freiwillige Waffenabgaben mit Aufklärungskampagnen kombiniert werden können.
Waffenabgabebehälter in Großbritannien werden landesweit ausgebaut
Die Waffenabgabebehälter Großbritannien sind Teil eines Programms des britischen Innenministeriums. Seit Juli vergangenen Jahres wurden zunächst 36 Behälter in London, Greater Manchester und den West Midlands aufgestellt.
Inzwischen kamen acht weitere Standorte in Barnsley, Sheffield, Leeds, Wakefield sowie weiteren Städten in Süd- und West-Yorkshire hinzu. Damit stehen landesweit insgesamt 45 Waffenabgabebehälter Großbritannien für die anonyme Abgabe gefährlicher Waffen zur Verfügung.
Nach Angaben der Regierung wurden über die Waffenabgabebehälter Großbritannien bislang fast 15.000 Waffen eingesammelt. Darunter befinden sich sogenannte Zombie-Messer, Küchenmesser sowie schwertähnliche Messer.
Regierung sieht Waffenabgabebehälter als Beitrag zur öffentlichen Sicherheit
Polizeiministerin Sarah Jones erklärte, jede einzelne Waffe weniger auf den Straßen bedeute einen Sicherheitsgewinn. Nach ihren Angaben setzt die Regierung damit ihr Ziel um, entsprechende Gewaltdelikte innerhalb der kommenden zehn Jahre deutlich zu reduzieren.
Die Waffenabgabebehälter Großbritannien sollen Bürgern ermöglichen, gefährliche Gegenstände anonym und ohne bürokratischen Aufwand abzugeben. Dadurch sollen potenzielle Tatwaffen dauerhaft aus dem Verkehr gezogen werden.
Ergänzend startete London eine mobile Informationskampagne, bei der Aufklärungsfahrzeuge über die Folgen von Messerkriminalität informieren und Präventionsarbeit leisten.
Messerkriminalität laut Innenministerium rückläufig
Nach Angaben des britischen Innenministeriums sind seit der Wahl im Jahr 2024 mehrere Formen der Messerkriminalität zurückgegangen.
Demnach sank die Zahl der Messerdelikte um 11 Prozent. Raubüberfälle mit Messern gingen um 16 Prozent zurück, während die Zahl der Tötungsdelikte mit Messern laut Ministerium um 26 Prozent abnahm.
Die Regierung führt diese Entwicklung unter anderem auf verschiedene Präventionsmaßnahmen zurück. Aus den vorliegenden Informationen geht jedoch nicht hervor, welcher Anteil der Rückgänge unmittelbar auf die Waffenabgabebehälter Großbritannien zurückzuführen ist.
Analyse: Könnte das britische Modell auch für Deutschland interessant sein?
Die Diskussion über Messergewalt beschäftigt seit Jahren zahlreiche europäische Staaten. Auch in Deutschland werden regelmäßig Maßnahmen zur Verbesserung der öffentlichen Sicherheit sowie Möglichkeiten zur freiwilligen Waffenabgabe diskutiert.
Das britische Konzept verbindet die Waffenabgabebehälter Großbritannien mit Präventionskampagnen und einer anonymen Rückgabemöglichkeit. Ob sich dieses Modell vollständig auf andere Länder übertragen lässt, bleibt offen. Unterschiedliche rechtliche Rahmenbedingungen und Sicherheitsstrategien erschweren einen direkten Vergleich.
Fest steht jedoch, dass Programme zur freiwilligen Waffenabgabe international zunehmend als ergänzende Maßnahme zur Kriminalitätsprävention betrachtet werden.
Bedeutung für die öffentliche Sicherheit
Die nahezu 15.000 abgegebenen Waffen zeigen, dass freiwillige Rückgabeprogramme von einem Teil der Bevölkerung angenommen werden. Ob die Waffenabgabebehälter Großbritannien langfristig zu einem nachhaltigen Rückgang der Messerkriminalität beitragen, wird sich erst anhand weiterer Entwicklungen und offizieller Statistiken beurteilen lassen. Die Kombination aus Prävention, Aufklärung und freiwilliger Waffenabgabe dürfte jedoch auch künftig Bestandteil der britischen Sicherheitsstrategie bleiben.
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