„Vampir“ in Großbritannien verhaftet: Mann soll Tierblut getrunken und Bauern terrorisiert haben
Ein Mann, der sich selbst als „Vampir“ und „Graf Dracula“ bezeichnete, ist in Großbritannien festgenommen worden. Nach Angaben der Polizei soll der 48-Jährige über Monate hinweg Tiere gestohlen, getötet, ihr Blut getrunken und die Kadaver in der Nähe von Kirchen abgelegt haben. Der ungewöhnliche Fall sorgte landesweit für Schlagzeilen und endete mit der Einweisung des Verdächtigen in eine psychiatrische Klinik.
„Vampir“ in Großbritannien verhaftet: Polizei deckt ungewöhnlichen Fall auf
Der 48-jährige Benjamin Lewis aus Totton in der südenglischen Grafschaft Hampshire soll nach Ermittlungen der Polizei zahlreiche Schafe und andere Tiere von Bauernhöfen gestohlen haben.
Den Behörden zufolge tötete er die Tiere, trank deren Blut und legte die Kadaver anschließend an verschiedenen Orten im New Forest ab. Mehrere Tierkadaver wurden in der Nähe von Kirchen entdeckt – teilweise neben umgedrehten Kreuzen oder an anderen auffälligen Orten.
Die Ermittlungen lösten bei Anwohnern und Landwirten große Verunsicherung aus.
Ermittler überwachten Kirchen und Friedhöfe
Um den mutmaßlichen Täter zu fassen, startete die Polizei die Operation „Trap Lewis“.
Nach Angaben der Ermittler wurden Kirchen und Friedhöfe insbesondere an religiösen Feiertagen und weiteren für den Verdächtigen bedeutsamen Tagen überwacht. Schließlich gelang es den Beamten, Lewis festzunehmen.
Eine entscheidende Rolle spielte dabei laut Polizei DNA-Material, das an den Überresten eines Lamms gesichert worden war.
Der Verdächtige bezeichnete sich als „Graf Dracula“
Vor Gericht stellte sich Benjamin Lewis nach Angaben britischer Medien selbst als „Graf Dracula“ vor.
Die Ermittler erklärten, der Mann habe geglaubt, durch das Trinken von Tierblut Unsterblichkeit erlangen und dem Tod entkommen zu können.
Bei einer Durchsuchung seines Hauses fanden Beamte Zeichnungen von Vampiren, Notizen über Rituale sowie Unterlagen, die sich mit Bluttrinken und okkulten Vorstellungen beschäftigten.
Bauern lebten monatelang in Angst
Die Serie der Vorfälle belastete zahlreiche Landwirte in der Region Hampshire.
Mehrere Bauern berichteten, dass Tiere verschwanden oder verstümmelt aufgefunden wurden. Gleichzeitig sorgten die Funde an Kirchen für Verunsicherung unter Gemeindemitgliedern.
Einige Bewohner erklärten britischen Medien, sie hätten sich nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr sicher gefühlt und ihre Gewohnheiten geändert.
Gericht ordnet Unterbringung in psychiatrischer Klinik an
Benjamin Lewis bekannte sich vor Gericht in mehreren Anklagepunkten schuldig. Dazu gehören unter anderem Viehdiebstahl sowie weitere Straftaten im Zusammenhang mit den Ermittlungen.
Das Gericht entschied, den Mann zunächst in einer psychiatrischen Einrichtung unterzubringen. Dort soll er bleiben, bis medizinische Sachverständige und die zuständigen Behörden eine Entlassung für vertretbar halten.
Nach Angaben aus dem Gerichtssaal entschuldigte sich Lewis bei den Betroffenen und erklärte, die Polizei habe richtig gehandelt, ihn festzunehmen.
Bereits früher auffällig geworden
Nach Angaben der Polizei war Lewis den Behörden bereits bekannt.
Bereits im Jahr 2003 soll er eine Familie erschreckt haben, indem er sich ebenfalls als Vampir ausgegeben habe.
Ermittler erklärten, dass sein Interesse an Vampirmythologie und okkulten Symbolen bereits seit seiner Jugend bestanden habe.
Polizei spricht von außergewöhnlichem Fall
Die leitende Ermittlerin Jessica Surman bezeichnete den Einsatz als einen der ungewöhnlichsten ihrer gesamten Laufbahn.
Nach ihren Worten habe jede neue Ermittlung weitere überraschende Details ans Licht gebracht. Der Fall habe selbst erfahrene Polizeibeamte vor außergewöhnliche Herausforderungen gestellt.
New Forest zwischen Naturidylle und Kriminalfall
Der New Forest im Süden Englands gilt als beliebtes Ausflugsziel mit weitläufigen Wäldern, Moorlandschaften und historischen Dörfern.
Die ungewöhnlichen Vorfälle sorgten dort über Monate hinweg für erhebliche Unruhe. Für viele Bewohner war es kaum vorstellbar, dass sich ein solcher Fall in ihrer Region ereignen könnte.
Fazit
Der Fall Benjamin Lewis gehört zu den ungewöhnlichsten Kriminalfällen der vergangenen Jahre in Großbritannien. Was zunächst wie eine düstere Legende wirkte, entwickelte sich zu umfangreichen Ermittlungen mit zahlreichen Beweisen und einem Gerichtsverfahren.
Während der Verdächtige sich selbst als „Vampir“ bezeichnete, sehen die Behörden den Fall vor allem als Beispiel dafür, wie psychische Erkrankungen und mutmaßliche Straftaten zusammenkommen können. Die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik soll nun sowohl dem Schutz der Öffentlichkeit als auch der weiteren Behandlung des Mannes dienen.
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