US-Wirtschaft unter Trump: Schulden steigen, Preise belasten den Alltag
Seit Donald Trump im Januar 2025 erneut das Amt des US-Präsidenten übernommen hat, ist die Staatsverschuldung der Vereinigten Staaten um rund 3,6 Billionen Dollar auf etwa 39,8 Billionen Dollar gestiegen. Gleichzeitig kämpfen viele Haushalte mit höheren Energie- und Gesundheitskosten. Die Entwicklung hat auch Auswirkungen auf die globale Wirtschaft und damit auf deutsche Exporteure, Energiepreise und die europäische Konjunktur. Eine Bilanz nach gut eineinhalb Jahren.
Steigende Staatsverschuldung und moderate Arbeitslosigkeit
Ende Dezember 2024 lag die US-Staatsverschuldung bei rund 36,2 Billionen Dollar. Bis Ende Juli 2026 stieg sie auf etwa 39,8 Billionen Dollar. Das Plus von 3,6 Billionen Dollar setzt den langfristigen Aufwärtstrend fort.
Die Arbeitslosenquote veränderte sich nur leicht: Im Januar 2025 lag sie bei 4,0 Prozent, im Juni 2026 bei 4,2 Prozent. Die Quote bewegte sich in diesem Zeitraum in einem engen Korridor zwischen 4,0 und 4,4 Prozent.
Inflation und stark gestiegene Benzinpreise
Die Inflation startete 2025 bei etwa 3 Prozent und blieb den Großteil des Jahres relativ moderat (meist 2,4 bis 3,0 Prozent). Im Frühjahr 2026 stieg sie deutlich und erreichte im Mai 4,2 Prozent – vor allem wegen höherer Energiepreise im Zusammenhang mit Spannungen im Nahen Osten. Bis Juni 2026 ging sie auf 3,5 Prozent zurück.
Die Kerninflation lag bei rund 2,6 Prozent.
Besonders spürbar waren die Benzinpreise: Anfang 2025 kostete die Gallone noch etwa 3,30 bis 3,40 Dollar. Im Mai 2026 stiegen die Preise auf über 4,50 Dollar. Bis Juni und Juli 2026 lagen sie bei 3,90 bis 4,20 Dollar – deutlich über dem Niveau zu Beginn der Amtszeit. Viele Haushalte gaben an, wegen der höheren Spritkosten andere Ausgaben gekürzt zu haben.
Wohnen, Mieten und Gesundheitskosten
Die Hauspreise stiegen nur moderat um 1 bis 1,2 Prozent im Jahresvergleich. Die Erschwinglichkeit bleibt wegen weiterhin hoher Hypothekenzinsen von rund 6,3 Prozent schwierig. Bei den Mieten zeigt sich ein gemischtes Bild: Einige Messungen weisen leichte Anstiege von etwa 2 Prozent aus, andere – vor allem bei Wohnungsangeboten in großen Städten – zeigen leichte Rückgänge oder Stagnation. Die typische US-Miete liegt bei rund 1.900 bis 1.965 Dollar pro Monat.
Deutlich gestiegen sind die Gesundheitskosten. Die Kosten für eine durchschnittliche Familie mit Arbeitgeberversicherung legten laut Milliman Medical Index 2026 um 7,2 Prozent zu. Die Prämien auf dem ACA-Marktplatz stiegen in vielen Berichten um 20 bis 26 Prozent, unter anderem weil erweiterte Prämienzuschüsse ausliefen. Auch die Medicare-Part-B-Beiträge erhöhten sich spürbar.
Belastung für den durchschnittlichen Haushalt – US-Wirtschaft unter Trump
Für mittlere und untere Einkommensgruppen bedeutete die Entwicklung spürbaren Druck: Höhere Benzin- und Energiekosten verringerten den Spielraum für andere Ausgaben. Lebensmittel und Alltagsgüter verteuerten sich weiter, wenn auch moderater als Energie. Wohnen blieb teuer im Verhältnis zu den Einkommen. Krankenversicherungsbeiträge belasteten die monatlichen Budgets stärker. Reale Lohnzuwächse fielen in Phasen höherer Inflation begrenzt aus. Viele Familien berichteten, dass sie Ausgaben kürzen, Anschaffungen verschieben oder Ersparnisse angreifen mussten.
Umfragen aus der Mitte des Jahres 2026 zeigen anhaltende Unzufriedenheit mit den Lebenshaltungskosten. Große Mehrheiten nannten Gesundheitskosten, Lebensmittel, Wohnen und vor allem Benzinpreise als große Sorgen. In einigen Umfragen gaben Mehrheiten der Befragten der Trump-Regierung die Verantwortung für die höheren Spritpreise. Die Zustimmungswerte zur Wirtschaftspolitik des Präsidenten lagen oft nur im niedrigen bis mittleren 30-Prozent-Bereich. Viele Amerikaner beschrieben die Lebenshaltungskosten als so belastend wie seit Langem nicht mehr.
Die Bilanz der ersten eineinhalb Jahre zeigt eine weiter steigende Staatsverschuldung, eine weitgehend stabile, aber leicht gestiegene Arbeitslosigkeit sowie anhaltenden Preisdruck – besonders bei Energie und Gesundheit. Für den Alltag vieler US-Bürger bleiben die höheren Kosten spürbar.
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