Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: AfD führt mit 42 Prozent, SPD und Grüne legen zu
Die AfD bleibt wenige Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit großem Abstand stärkste politische Kraft. In einer aktuellen Umfrage von Infratest dimap für den Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) erreicht sie 42 Prozent und liegt damit 20 Punkte vor der CDU. Gleichzeitig verbessert sich die Lage für SPD und Grüne: Beide Parteien würden nach den aktuellen Zahlen die Fünf-Prozent-Hürde überspringen. Für das BSW und die FDP bleibt der Einzug in den Landtag dagegen unsicher beziehungsweise aktuell ausgeschlossen. Gewählt wird am 6. September.
Landtagswahl Sachsen-Anhalt: Umfrage sieht AfD klar vorn
Die AfD kommt in der neuen Erhebung auf 42 Prozent. Damit legt sie gegenüber der Ende Juli veröffentlichten Umfrage von Infratest dimap um einen Prozentpunkt zu und bestätigt ihre seit Monaten starke Position im Land.
Eine absolute Mehrheit erreicht die Partei trotz ihres Vorsprungs nicht. Die CDU folgt mit 22 Prozent, muss allerdings einen Rückgang um zwei Prozentpunkte hinnehmen. Auch die Linke verliert zwei Punkte und kommt auf 11 Prozent.
Damit bleibt die AfD deutlich vor ihren Konkurrenten. Entscheidend für die spätere Regierungsbildung ist jedoch nicht allein der Abstand zur CDU, sondern vor allem die Frage, welche Parteien tatsächlich in den Landtag einziehen.
Landtagswahl Sachsen-Anhalt Umfrage: SPD und Grüne gewinnen wieder Boden
Für zwei Parteien, die zuletzt um ihre parlamentarische Existenz kämpfen mussten, gibt es dagegen bessere Nachrichten. Die SPD erreicht 8 Prozent und verbessert sich gegenüber Juli um zwei Punkte. Laut den Angaben ist dies der beste Umfragewert der Sozialdemokraten seit Januar.
Auch die Grünen können zulegen. Sie kommen auf 6 Prozent und verbessern sich damit um einen Punkt. Nachdem die Partei zwischenzeitlich bei lediglich 3 Prozent gelegen hatte, würde das aktuelle Ergebnis für den Wiedereinzug in den Landtag reichen.
Anders stellt sich die Situation beim Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) dar. Die Partei verharrt bei 4 Prozent und würde damit nach aktuellem Stand an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Die FDP liegt mit 3 Prozent ebenfalls darunter.
Sollten sich die Werte bis zum Wahltag bestätigen, wären fünf Parteien im Landtag vertreten: AfD, CDU, Linke, SPD und Grüne.
Viele Wähler haben sich noch nicht entschieden
Die Umfrage zeigt allerdings auch, dass der aktuelle Kräftevergleich nicht mit einem sicheren Wahlergebnis gleichgesetzt werden kann. Mehr als jeder zehnte Wahlberechtigte erklärte laut den Angaben, seine Entscheidung könne sich bis zum 6. September noch ändern.
Gerade bei Parteien nahe der Fünf-Prozent-Hürde können solche kurzfristigen Veränderungen entscheidend sein. Ein oder zwei Prozentpunkte können darüber entscheiden, ob eine Partei im Parlament vertreten ist oder bei der Sitzverteilung vollständig unberücksichtigt bleibt.
Für SPD und Grüne ist der aktuelle Aufwärtstrend deshalb zwar ein wichtiges Signal, aber noch keine Garantie für den Wahltag. Für das BSW gilt das Gegenteil: Die Partei müsste zulegen, um die parlamentarische Hürde zu überwinden.
Schulze bei möglicher Direktwahl knapp vor Siegmund
Auch bei der Frage nach dem bevorzugten Ministerpräsidenten zeigt sich ein engeres Rennen. Amtsinhaber Sven Schulze (CDU) kommt bei einer hypothetischen Direktwahl auf 41 Prozent. Damit verbessert er sich gegenüber Mai um fünf Prozentpunkte.
AfD-Herausforderer Ulrich Siegmund erreicht 39 Prozent und legt sogar sieben Punkte zu. Der Abstand zwischen beiden beträgt damit nur zwei Prozentpunkte.
Allerdings gibt es bei dieser Frage einen großen Anteil Unentschlossener. Jeder fünfte Wahlberechtigte antwortete mit „weiß nicht“ oder machte keine Angabe. Eine hypothetische Direktwahl ist zudem nicht mit der tatsächlichen Landtagswahl gleichzusetzen, bei der die Sitzverteilung über die Parteien und ihre Wahlergebnisse bestimmt wird.
Warum die letzten Wochen entscheidend werden
Das aktuelle Stimmungsbild verbindet zwei sehr unterschiedliche Entwicklungen. Die AfD hat ihren deutlichen Vorsprung behauptet, während SPD und Grüne aus ihrer unmittelbaren Gefahr eines Scheiterns an der Fünf-Prozent-Hürde herauskommen. Gleichzeitig bleibt offen, ob BSW und FDP noch genügend Stimmen mobilisieren können.
Für die Regierungsbildung ist diese Frage besonders wichtig. Je nachdem, welche Parteien den Sprung ins Parlament schaffen, können sich unterschiedliche Mehrheiten ergeben. Die AfD erreicht zwar 42 Prozent, verfehlt aber die absolute Mehrheit und wäre deshalb für eine alleinige Regierungsbildung auf Grundlage dieser Umfrage nicht in der Lage.
Was die Umfrage für Sachsen-Anhalt bedeutet
Der Wahlkampf geht damit in eine entscheidende Phase. Die AfD bleibt die mit Abstand stärkste Partei, während die CDU deutlich zurückliegt. Gleichzeitig hat sich der Kampf um die kleineren Parteien verändert: SPD und Grüne können wieder auf den Einzug hoffen, während BSW und FDP unter der entscheidenden Schwelle liegen.
Bis zum 6. September kann sich das Kräfteverhältnis jedoch noch verschieben. Besonders die Gruppe der noch unentschlossenen oder wechselbereiten Wähler könnte darüber entscheiden, welche Parteien am Ende im Landtag sitzen und welche Mehrheiten nach der Wahl überhaupt möglich sind.
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