Neue Aufgabe für Baerbock: Ex-Außenministerin übernimmt Professur an New Yorker Columbia University
Annalena Baerbock steht vor einer neuen beruflichen Aufgabe in den USA. Nach dem Ende ihrer Amtszeit als Präsidentin der UN-Generalversammlung im September wird die frühere deutsche Außenministerin an der renommierten Columbia University in New York tätig sein. Nach Angaben aus informierten Kreisen übernimmt sie dort eine praxisorientierte Professur für „Global Leadership“ und wird zugleich eine führende Rolle im entsprechenden Masterprogramm übernehmen.
Neue Aufgabe für Baerbock an der Columbia University
Baerbocks einjährige Amtszeit als Präsidentin der UN-Generalversammlung endet offiziell am 8. September 2026. Auf sie folgt der Außenminister von Bangladesch, Khalilur Rahman, der bereits im Juni von der UN-Generalversammlung gewählt wurde.
Danach wird Baerbock nicht unmittelbar in die deutsche Politik zurückkehren. Stattdessen beginnt für sie in New York ein neues berufliches Kapitel.
An der Columbia University soll sie als „Professor of Professional Practice“ tätig werden. Dabei handelt es sich nicht um eine klassische Forschungsprofessur, sondern um eine Position, die erfahrenen Persönlichkeiten aus Politik und Praxis die Möglichkeit gibt, ihr Wissen an Studierende weiterzugeben.
Baerbock soll im Studiengang „Master of Public Administration“ das Fach „Global Leadership“ unterrichten. Das Programm richtet sich an Führungskräfte und Menschen mit umfangreicher Berufserfahrung.
Von der deutschen Außenpolitik zu den Vereinten Nationen
Für Baerbock bedeutet der Wechsel eine deutliche Veränderung ihres bisherigen politischen Arbeitsfeldes. Von 2021 bis 2025 war sie deutsche Außenministerin, bevor sie im September 2025 das Amt der Präsidentin der UN-Generalversammlung übernahm.
Ihre UN-Zeit war allerdings nicht frei von Konflikten. Zuletzt geriet Baerbock insbesondere wegen ihrer Rolle im Auswahlverfahren für den nächsten UN-Generalsekretär unter Druck.
Die USA und Russland kritisierten ihre aktive Beteiligung am Auswahlprozess. Baerbock hatte sich für ein transparentes Verfahren eingesetzt und unter anderem öffentliche Gespräche mit den Kandidaten unterstützt. Aus Washington und Moskau kam daraufhin der Vorwurf, sie greife zu stark in einen Prozess ein, bei dem letztlich der UN-Sicherheitsrat eine zentrale Rolle spielt.
Gleichzeitig verteidigten Kreise innerhalb der UN und des Auswärtigen Amts Baerbocks Vorgehen. Sie habe ihre Aufgabe sorgfältig erfüllt und versucht, den Auswahlprozess transparenter zu gestalten.
Ein neuer politischer Lebensabschnitt in den USA
Die neue Tätigkeit an der Columbia University dürfte Baerbock einen langfristigen Übergang aus ihren bisherigen politischen Spitzenämtern ermöglichen. Nach Angaben aus ihrem Umfeld handelt es sich um eine mehrjährige Vollzeitposition.
Bemerkenswert ist dabei auch der Ort. Baerbock bleibt New York und damit dem internationalen politischen Umfeld verbunden, in dem sie bereits während ihrer UN-Zeit gearbeitet hat.
Ihre neue Aufgabe ist zudem eng mit ihrem bisherigen beruflichen Profil verbunden. Internationale Politik, Diplomatie und Führung gehören zu den Themen, mit denen Baerbock sowohl als Außenministerin als auch als Präsidentin der UN-Generalversammlung gearbeitet hat.
Für die Columbia University bedeutet ihre Verpflichtung zugleich den Zugang zu einer ehemaligen deutschen Außenministerin mit umfangreicher Regierungserfahrung und internationalem Netzwerk.
Was jetzt wichtig wird
Baerbocks Wechsel an die Columbia University markiert damit keinen vollständigen Abschied von der internationalen Politik. Vielmehr verlagert sich ihr Schwerpunkt von staatlicher und multilateraler Diplomatie auf Ausbildung und Wissenstransfer.
Für Deutschland ist besonders interessant, ob und in welcher Form Baerbock künftig weiterhin öffentlich zu außenpolitischen Themen Stellung nehmen wird. Ihre politische Erfahrung und ihre neue Tätigkeit in New York dürften sie auch nach dem Ende ihres UN-Amtes im internationalen politischen Umfeld präsent halten.
Die neue Aufgabe kommt zugleich zu einem Zeitpunkt, an dem Baerbocks UN-Präsidentschaft mit einer kontroversen Schlussphase endet. Ihr Wechsel an eine amerikanische Eliteuniversität eröffnet ihr nun die Möglichkeit, ihre Erfahrungen aus deutscher Außenpolitik und den Vereinten Nationen direkt an die nächste Generation internationaler Führungskräfte weiterzugeben.
Baerbocks nächstes Kapitel spielt damit weiterhin auf internationaler Bühne – allerdings nicht mehr als Regierungsmitglied oder UN-Präsidentin, sondern als Hochschullehrerin in New York.
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